Die Raumsonde New Horizons kann nun wie geplant das Plutosystem durchfliegen – das ist das Fazit der Auswertungen der Bilder, welche die Sonde in den letzten Tagen und Wochen zur Erde gefunkt hat. Auf den Bildern der Telekamera LORRI, dem "Long-range Reconnaissance Imager", fanden sich auch bei sorgfältiger Analyse keine Staubringe um Pluto oder seinen größten Mond Charon. Zudem konnten die Forscher um Alan S. Stern vom Southwest Research Institute keine weiteren Monde um Pluto entdecken. Sollte es noch mehr Trabanten geben, so würden sie rund viermal schwächer leuchten als der dunkelste und kleinste Plutomond Kerberos.

Pluto am 15. Juni 2015 (Rohbild der Kamera LORRI)
© NASA / JHU Applied Physics Laboratory / Southwest Research Institute
(Ausschnitt)
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34,9 Millionen Kilometer oder 23 Prozent des Abstands Erde–Sonne trennten die US-Raumsonde New Horizons vom Zwergplaneten Pluto und seinem größten Mond Charon am 15. Juni 2015. Auch ohne spezielle Bildbearbeitung deuten sich erste Details der Pluto-Oberfläche an.

Dies ist eine große Beruhigung für die Missionskontrolleure, die nun die im Vorfeld minuziös geplante Vorbeiflugsequenz für den 14. Juli 2015 umsetzen können. Somit müssen sie nicht noch im Rekordtempo eine alternative Flugroute berechnen. Für die Untersuchungen nahm LORRI Hunderte von jeweils zehn Sekunden lang belichteten Bildern des Plutosystems auf, die dann speziellen Bildauswerteverfahren unterworfen wurden. Auf den Aufnahmen zeigten sich Pluto und seine fünf bekannten Monde, aber keine weiteren Objekte. Am 15. Juni 2015 begann eine erneute Suche nach möglichen Gefahren, ihre Resultate sollen um den 25. Juni vorliegen.

Am 14. Juni 2015 wurde zudem ein kleines Schubmanöver zur Bahnkorrektur durchgeführt. Dabei wurde der Bordantrieb für 45 Sekunden gezündet und veränderte die Geschwindigkeit der Sonde um 52 Zentimeter pro Sekunde. Das Manöver sorgte dafür, die Bahn von New Horizons um 755 Kilometer näher an den idealen Vorbeiflugspunkt zu schieben, der bei 12 500 Kilometer zur Pluto-Oberfläche liegt. Zudem wurde die Ankunftszeit um 84 Sekunden nach hinten verschoben. Am 15. Juni 2015 trennten die Sonde 34,9 Millionen Kilometer von Pluto und seinen Trabanten, das entspricht 23 Prozent des Abstands Erde-Sonne.