Das in Sojaprodukten vorkommende Phytoöstrogen Isoflavon beeinflusst nicht das Körpergewicht von Frauen nach der Menopause. Dies ergab eine Studie mit insgesamt 68 Teilnehmerinnen.

Da sich Isoflavone ähnlich verhalten wie das körpereigene Hormon Östradiol, welches mit Magen- und Darmhormonen wie etwa dem Ghrelin interagiert und so indirekt Hunger und Körpergewicht beeinflusst, wurde bislang vermutet, dass auch das Phytohormon entsprechende Eigenschaften berge. Dies konnte von einem internationalen Forscherteam um Martin Weickert vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke jedoch nicht bestätigt werden.

Die Wissenschaftler hatten ihren Probadinnen über 14 Tage Müsliriegel verabreicht, von denen die Hälfte mit Isoflavonen aus Sojaprodukten angereichert war. Zwar veränderten die Isoflavoide das Vorkommen von bestimmten Darmpeptiden, auf das in der Magenschleimhaut produzierte Ghrelin jedoch hatten sie keine Auswirkungen. Auch das Gewicht der Frauen veränderte sich im Vergleich zu dem der Kontrollgruppe nicht.

Zahlreiche Vertreiber von Nahrungsergänzungmitteln werben unter anderem mit der positiven Wirkung, welche die "Pflanzenhormone" auf Energieaufnahme und Gewichtsreduktion hätten. Mögliche Diäterfolge mit Sojaprodukten führen die Wissenschaftler nach iher Studie jedoch nun eher auf den hohen Proteingehalt der Hülsenfrüchte zurück als auf das darin enthaltene Phytohormon.