Allein der Geruch der eigenen Sprösslinge reicht aus, um bei Weißbüschelaffenvätern den Testosterongehalt im Blut innerhalb von 20 Minuten drastisch zu senken. Affen ohne Nachwuchs hingegen zeigten sich davon unbeeindruckt, berichten Toni Ziegler von der University of Wisconsin in Madison und ihre Kollegen.

Bei Weißbüschelaffen kümmern sich beide Eltern sowie Geschwister intensiv um den Nachwuchs. Die Tiere sind zudem bekannt dafür, stark auf Geruchsreize zu reagieren und dabei auch Schwankungen in den Hormongehalten zu zeigen. Der Duftreiz der Kleinen könnte so entscheidend dazu beitragen, die elterliche Fürsorge aufrechtzuerhalten. Allerdings würden niedrigere Testosterongehalte auch eine geringe Aggressivität bedingen, die jedoch bei der Verteidigung von Familie und Revier wichtig ist.

Auch menschliche Väter zeigen verringerte Testosterongehalte im Vergleich zu Männern ohne Kinder. Insbesondere bei solchen, die während der Schwangerschaft ihrer Parterin selbst "Schwangerschaftssymptome" entwickelten – das so genannte Couvade-Syndrom –, reduzieren sich die Hormonkonzentrationen stark. Je niedriger die Gehalte, desto ausgeprägter ist das Bedürfnis, auf bestimmte Reize wie Kindergeschrei zu reagieren. (af)


Prudom, S. et al.: Exposure to infant scent lowers serum testosterone in father common marmosets (Callithrix jacchus). In: Biology Letters 10.1098/rsbl.2008.0358 (2008).

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