Auch wenn Jupiters Roter Fleck schrumpft: Er ist und bleibt noch lange der größte bekannte Sturm unseres Sonnensystems – mit rund 16 000 Kilometern ist sein Durchmesser immer noch um ein Drittel größer als derjenige der Erde. Derartige Monsterwirbel sind aber wahrscheinlich keine Seltenheit im All, wie Beobachtungen des Spitzer- und des Kepler-Teleskops auf dem Braunen Zwerg W1906+40 nahelegen. Er befindet sich in 53 Lichtjahren Entfernung von uns und gehört zur Sternklasse der L-Zwerge: Mit einer Oberflächentemperatur von nicht einmal 2000 Grad Celsius reicht seine Hitze nicht aus, um Kernfusionen zu starten – und es ist ausreichend kühl, dass sich Wolken und Stürme in der Atmosphäre bilden können, die nicht vollständig verdampfen und sich in den Weltraum verflüchtigen.

Den besten Beleg für einen derartigen Sturm auf einem Braunen Zwerg legen John Gizis von der University of Delaware und seine Kollegen im "Astrophysical Journal" vor. Über zwei Jahre hinweg haben sie dessen Entwicklung am Nordpol von W1906+40 beobachtet, nachdem sie anfänglich annahmen, es könnte sich auch um Sonnenflecken handeln. Doch das Spitzer-Teleskop bestätigte später, dass es sich nicht um magnetische Sonnenflecken, sondern um dynamisches Wetter handelte. Mit dem Gerät hatten Astronomen zuvor nur Hinweise zu Stürmen auf Braunen Zwergen gefunden, die wenige Stunden oder Tage anhielten. Und das Ereignis auf W1906+40 ist gewaltig – die Dimensionen des Wirbels reichen locker an jene des Roten Flecks auf Jupiter heran, obwohl der Braune Zwerg kleiner ist als der Gasplanet. Die Bedingungen im Sturm dürften sehr extrem sein, denn seine Wolken bestehen aus winzigen Mineralen – aus ihnen regnet es geschmolzenes Eisen, heißen Sand oder Salze.