Die seltenste Pinguinart von allen, der Galápagos-Pinguin (Spheniscus mendiculus), könnte eine der Tierarten werden, die der Klimawandel vor dem Aussterben bewahrt. In den letzten 30 Jahren haben sich durch eine Kombination aus Klimawandel und natürlichen Schwankungen Winde und Strömungen in der Region um die Inselgruppe verändert, schreibt eine Arbeitsgruppe um Kristopher Karnauskas von der Woods Hole Oceanographic Institution. Dadurch habe sich ein Gebiet mit aufsteigendem, kaltem Tiefenwasser an den westlichen Inseln vergrößert. Dieser sehr nährstoffreiche Wasserkörper ist die Lebensgrundlage der Pinguine, und dank des verbesserten Nahrungsangebots hat sich laut der Untersuchung die Zahl der Pinguine auf deutlich mehr als 1000 verdoppelt.

Die etwa 50 Zentimeter großen Vögel leben ausschließlich auf den westlichen Inseln des Galápagos-Archipels und sind vollständig vom Verhalten der aufsteigenden Strömung vor ihrer Küste abhängig. Bis in die 1980er Jahre lebten etwa 2000 Pinguine dort, bis ein extremes El-Niño-Ereignis die Population um mehr als drei Viertel dezimierte. Seither haben sich die Bedingungen kontinuierlich verbessert. Nachteilig wirkten sich allerdings die eingeschleppten Katzen aus, die Nester stören und Krankheiten übertragen – deswegen steigt die Population nur langsam. Karnauskas und sein Team hoffen nun, dass sich der klimatische Trend fortsetzt und den Pinguinen unter die Flügel greift. Man könne aber nicht ausschließen, dass sich die Bedingungen im Rahmen natürlicher Schwankungen wieder verschlechtern.