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Beobachtungstipp

Komet Lovejoy passierte die Sonne

Komet C/2011 W3 Lovejoy in Sonnennähe

Update: Der Komet Lovejoy näherte sich in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2011 der Oberfläche der Sonne bis auf 140 000 Kilometer an. Durch die enorme Strahlungsintensität in unmittelbarer Sonnennähe wurde sein Kometenkern, der überwiegend aus einer Mischung aus Staubteilchen und leichtflüchtigen Substanzen wie Wassereis und Kohlendioxid besteht, extrem aufgeheizt. Somit entwichen große Mengen an Gas und Staub ins All, die einen viele Millionen Kilometer langen Schweif bildeten. Er lässt sich sehr gut auf den Aufnahmen der europäisch-amerikanischen Sonnensonde SOHO erkennen.

Komet Lovejoy in Sonnennähe

Auf Bildern des Solar Dynamics Observator der NASA im Röntgenlicht ist eine schwache Wolke zu sehen, die nach der dichtesten Annäherung des Kometen an die Sonne an der richtigen Stelle des Sonnenrands auftauchte. Offenbar hat zumindest ein Teil des Kometenkerns den Ritt durch das solare Höllenfeuer überstanden.

Komet Lovejoy kommt hinter der Sonne hervor

Der Ende November 2011 entdeckte Komet C/2011 W3 Lovejoy befindet sich nun in unmittelbarer Nähe der Sonne und wird ihrer Oberfläche am 16. November bis auf 140 000 Kilometer nahe kommen (wir berichteten). Er ist nun in das Sichtfeld der Koronografenkamera LASCO C3 der Sonnensonde SOHO eingetreten, so dass sich seine Entwicklung live via Internet verfolgen lässt.

Komet C/2011 W3 Lovejoy in Sonnennähe
Komet C/2011 W3 Lovejoy in Sonnennähe | Nur noch wenige Stunden bleiben dem Kometen Lovejoy, der sich am 16. Dezember 2011 der Sonnenoberfläche bis auf 140 000 Kilometer annähern wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich der Kometenkern schon vorher durch die enorme Hitze in eine Wolke aus Gas und Staub auflösen.
Auf den Bildern von SOHO nähert sich der Komet der Sonne von unten aus dem Süden und scheint sich fast auf einem direkten Kollisionskurs zu bewegen. Durch die große Nähe zur Sonne wird der überwiegend aus gefrorenem Kohlendioxid und Wassereis bestehende Kometenkern stark aufgeheizt, so dass er riesige Mengen an Gas und Staub freisetzt. Der Komet leuchtet mittlerweile so hell, dass einige Pixel der Kamera durch Überbelichtung überlaufen und ein horizontales Streifenmuster erzeugen.

Für die nächsten Stunden wird sich Komet Lovejoy gut im Sichtfeld von LASCO C3 verfolgen lassen und sollte dabei stetig heller und sein Schweif immer länger werden. Falls er der enormen Hitze solange standhält, bis er hinter der zentralen Abdeckscheibe der Koronografenkamera LASCO C3 verschwindet, so lohnt es sich, auf den Kanal LASCO C2 umzuschalten, der das nähere Umfeld der Sonne im Blick hat. Derzeit ist unbekannt, ob der Kern von Komet Lovejoy eine Chance hat, seine dichteste Sonnenannäherung zu überstehen. Wahrscheinlicher ist, dass er sich in den nächsten Stunden in eine Wolke aus Gas und Staub auflöst, die dann vom Sonnenwind, einem Strom ständig von der Sonne abströmender Partikel, auseinandergerissen wird. Es lohnt sich also ein häufiger Blick auf die Live-Bilder von SOHO.

Der Komet Lovejoy gehört zur Gruppe der Kreutz-Kometen, benannt nach dem deutschen Astronomen Heinrich Kreutz (1854 – 1907), der im 19. Jahrhundert erstmals Kometen beschrieb, die sich extrem dicht der Sonne annähern und daher "Sonnenkratzer" oder englisch sungrazer genannt werden. Heinrich Kreutz erkannte, dass mehrere helle Kometen des 19. Jahrhunderts auf sehr ähnlichen Bahnen verliefen, die sie dicht an die Sonne heranführten. Er schloss daraus, dass sie Bruchstücke eine größeren Kometenkerns sein müssten. Durch die systematische Beobachtung der Sonne mit SOHO und anderen Sonnenforschungsatelliten zeigte sich, dass ständig Kometenbruchstücke in großer Zahl auf die Sonne stürzen und dabei vernichtet werden. Allein auf den Bildern von SOHO ließen sich bislang 2110 Kometen in unmittelbarer Nähe zur Sonne aufspüren, von denen die meisten zur Kreutz-Gruppe gehören. Fast alle überstanden ihre dichteste Annäherung an die Sonne nicht.

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