Ein eisiger Klumpen aus Gas und Staub – so könnte man den kosmischen Besucher beschreiben, der aus den Außenbezirken des Sonnensystems zu uns kommt und den seine Bahn nun in Erd- und Sonnennähe führt. Für uns Beobachter könnte C/2011 L4 (PANSTARRS), so sein voller Name, aber mehr als ein unscheinbarer Himmelskörper werden: der erste große Schweifstern seit Jahren. Nachdem PANSTARRS am 5. März in großem Abstand von rund 160 Millionen Kilometern an der Erde vorbeizog, wird er am 10. März in rund 45 Millionen Kilometer Distanz unser Tagesgestirn passieren. Anschließend dürfte der Komet nach Sonnenuntergang wenige Grad über dem Westhorizont sichtbar werden.

Komet C/2011 L4 (PANSTARRS) am 2. März 2013
© Dieter Willasch
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernKomet C/2011 L4 (PANSTARRS) am südlichen Himmel

In den letzten Monaten gab es viel Rätselraten um PANSTARRS: Würde er mit bloßem Auge zu sehen sein oder sollten die Beobachter schweres optisches Geschütz auffahren, um ihn überhaupt erahnen zu können? Ende Februar und Anfang März gab PANSTARRS sein Debüt am südlichen Himmel, und die dabei erhaltenen Daten und Bilder stimmen die Beobachter hoffnungsvoll: Mittlerweile konkretisieren sich die Prognosen und lassen in den Tagen nach dem 10. März auf eine Maximalhelligkeit von immerhin rund 2 mag schließen, und sogar eine Helligkeit von mehr als 1 mag ist nicht ausgeschlossen.

Sehr einfach wird es dennoch nicht werden, PANSTARRS am Himmel aufzuspüren: Wenn der Komet nach seiner Sonnenpassage am mitteleuropäischen Himmel auftaucht, so wird er zunächst recht tief am westlichen Horizont stehen: Strecken Sie einmal Ihren Arm in Blickrichtung aus und ballen Sie eine Faust. Die maximale Ausdehnung Ihrer Faust entspricht nun etwa demjenigen Höhenwinkel, in dem Sie PANSTARRS in den nächsten Tagen über dem Horizont sehen werden. Wenn Sie es versuchen möchten, dann sollten Sie sich sich kurz nach Sonnenuntergang an einem Ort mit freier Horizontsicht postieren und mit einem Feldstecher den Westhorizont absuchen. Mit etwas Glück und klarer Luft könnte es Ihnen dann ab dem 11. März kurz vor 19 Uhr MEZ gelingen, den Schweifstern ein wenig links des Sonnenuntergangspunkts zu finden.

PANSTARRS und die Mondsichel
© Sterne und Weltraum
(Ausschnitt)
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Besonders den 12. und 13. März sollten Sie sich vormerken, denn nun begegnet PANSTARRS am Himmel der schmalen Mondsichel. Am 13. März steht der Komet sieben Grad südwestlich von ihr, und der Schweif weist in ihre Richtung. In den darauf folgenden Tagen wird sich der Winkelabstand des Kometen zur Sonne vergrößern, und dabei zieht er sogar in die nördlichen Gefilde des Himmels: Bis Ende März durchläuft PANSTARRS die Sternbilder Fische und Andromeda.

Allerdings dürfte es nun kaum einfacher werden, den Schweifstern zu beobachten – einerseits, weil die Dämmerung täglich einige Minuten später einsetzt, andererseits weil sich der Komet von uns und von der Sonne entfernt, wobei seine scheinbare Helligkeit abnimmt. Ab dem 19. März stört zudem das Licht des zunehmenden Mondes die Beobachtung. Doch Anfang April, wenn der Mond die abendliche Himmelsbühne wieder verlässt, dürfte PANSTARRS zumindest mit Feldstechern und Teleskopen noch gut sichtbar sein.