Die Sonnenaktivität ist zurzeit verhältnismäßig hoch. Seit Beginn der Woche verzeichneten Forscher 27 Sonneneruptionen der Klasse C, acht der Klasse M und sogar zwei Flares der Klasse X – der höchsten Kategorie auf der Skala. Die Einteilung der Eruptionen in die unterschiedlichen Klassen richtet sich nach der Helligkeit der Ereignisse im Röntgenlicht des Wellenlängenbereichs zwischen 0,1 und 0,8 Nanometern. In absteigender Reihenfolge werden sie durch die Buchstaben X, M, C, B und A gekennzeichnet. Eine Kennzahl zwischen eins und neun ermöglicht eine feinere Unterteilung.

Der Sonnenfleck AR2192 in H-Alpha-Licht
© Jean Steinberg
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernDie aktive Region um den Sonnenfleck AR2192
Die Aufnahme zeigt die magnetisch aktive Region um den Sonnenfleck AR2192 im H-Alpha-Licht. Der Fleck dreht sich in Richtung Erde und könnte gewaltige Sonneneruptionen mit sich bringen.

Der stärkste Flare in dieser Woche ereignete sich am 22. Oktober und erreichte eine Stärke von X1,6. Die aktuelle Aktivität geht auf die magnetisch instabile Region um den gewaltigen Sonnenfleck mit der Bezeichnung AR2192 zurück. Er ist etwa so groß wie Jupiter und dreht sich mit der Sonnenrotation in Richtung Erde. Die bisherigen Ausbrüche zogen keine merklichen koronalen Massenauswürfe nach sich, und auch die Auswirkungen auf der Erde hielten sich in Grenzen. Lediglich einige Funkausfälle waren zu verzeichnen, die durch Ionisationsprozesse in der oberen Atmosphäre hervorgerufen wurden. Die Forscher rechnen allerdings mit weiteren, nicht unerheblichen Eruptionen innerhalb der kommenden Tage und gehen sogar von einer Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent für ein weiteres Ereignis der Klasse X innerhalb der nächsten 24 Stunden aus.

Trotz der möglichen Bedrohung für die irdische Elektronik lädt der beeindruckende Sonnenfleck zur Sonnenbeobachtung ein. Wegen seiner Größe ist er bei Sonnenauf- und -untergängen, insbesondere wenn die Sonne durch Wolken oder Nebel in ihrer Helligkeit geschwächt wird, mit dem bloßen Auge zu erkennen. Interessierte sollten jedoch darauf achten, niemals ungeschützt in die Sonne zu blicken. Brillen, die für die Beobachtung von Sonnenfinsternissen geeignet sind, sowie entsprechende Sonnenfilter verhindern mögliche Augenschäden und sollten unbedingt benutzt werden.