Verlieren Menschen in einer Situation die Kontrolle, sehen sie Muster, wo gar keine sind. Dies fanden Jennifer Whitson von der University of Texas und Adam Galinsky von der Northwestern University in insgesamt sechs Experimenten heraus.

Das Gefühl von Kontrollverlust lösten die Wissenschaftler in den einzelnen Versuchen auf unterschiedliche Weise aus. So verwirrten sie die Teilnehmern in einem Experiment, indem sie ihnen ein Feedback gaben, das nicht zu deren Antwort passte. Daraufhin interpretierten 43 Prozent der Untersuchten Muster und Bilder in ein völlig zufälliges Bildschirmrauschen hinein.

In einem anderen Versuch sollten die Probanden detailliert Erlebnisse schildern, in denen ihnen die Kontrolle fehlte, wie zum Beispiel bei einem nicht selbst verschuldeten Unfall. Sahen sie anschließend Szenen, in denen die Darsteller abergläubische Verhaltensweisen zeigten, maßen sie diesem eine höhere Bedeutung zu als Probanden, die eine Situation ohne Kontrollverlust geschildert hatten. Im verunsicherten Zustand waren die Versuchsteilnehmer außerdem empfänglicher für Verschwörungstheorien und vermuteten öfter ein Komplott.

Muster können einen Kompensationsmechanismus darstellen, um ein Gefühl von Kontrolle wiederherzustellen, erklären die Forscher. Sie spielen daher in der Psychotherapie eine wichtige Rolle, um Patienten mit Angstzuständen, Verfolgungswahn oder zwanghaften Störungen ein Kontrollgespür zurückzugeben. (sc)