Menschen in zahlreichen Küstenabschnitten rund um Nordatlantik, aber auch entlang des Ärmelkanals bereiten sich auf eine extreme Springflut vor. So wird für die Gegend rund um die Klosterinsel Mont Saint-Michel in der Normandie ein Tidenhub von 14,45 Metern erwartet. Das übertrifft die durchschnittliche Differenz zwischen Ebbe und Flut an dieser Stelle um etwa zwei Meter.

Mit bis zu 16 Metern dürfte der weltweit stärkste Tidenhub in der Bucht von Fundy an der kanadischen Atlantikküste stattfinden. Aber auch in Großbritannien und Australien befinden sich Stellen, in denen sich die Flut besonders heftig bemerkbar machen wird. So soll das Wasser beispielsweise im Kanal von Bristol um mehr als 14 Meter steigen.

Springfluten folgen einem Zyklus von 18,6 Jahren, dessen aktueller Höhepunkt am Wochenende erreicht wird. Trotzdem macht das Wort von der "Jahrhundertflut" die Runde. An der französischen Kanalküste wurden Medienberichten zufolge schon Katastrophenschutzübungen abgehalten.

Grund für die außergewöhnliche Flut ist dieselbe astronomische Konstellation, die uns am Freitagmorgen eine Sonnenfinsternis beschert: Sonne und Neumond stehen in einer direkten Linie, dadurch verstärken sich ihre Kräfte. Aber nicht nur die Anordnung, sondern auch der Abstand von Erde und Mond beeinflussen die Gezeitenkräfte. Derzeit befindet sich der Mond auf einer erdnahen Position, weshalb insgesamt die Gezeiten stärker ausfallen. Eine nur leicht schwächere Springflut fand bereits am 21. Februar dieses Jahres statt, eine weitere wird für den 29. September erwartet.