An der hawaiianischen Küste stießen Geologen auf Gebilde, die aus geschmolzenen Kunststoffen, Vulkangestein, Korallenfragmenten und Sandkörnern bestehen. Sie sind so solide, dass Patricia Corcoran von der University of Western Ontario im kanadischen London und ihre Kollegen sie bereits als eine Art Gestein klassifizieren, wie "ScienceNow" berichtet. Die so genannten Plastiglomerate können entstehen, wenn Plastik beispielsweise in Strandfeuern schmilzt oder entsprechendes Treibgut mit abgekühlter, aber noch ausreichend heißer Lava in Kontakt gerät. Die Schmelze zementiert dann die anderen Bestandteile zusammen, so dass ein neues Konglomerat entsteht. Teilweise könne man noch den ursprünglichen Müll wie Zahnbürsten, Plastikgabeln oder Schnüre erkennen, so Corcoran.

Entsteht das Gebilde im Wasser, sinkt es zum Grund, sobald es ausreichend schwer ist. Dort überdecken dann im weiteren Verlauf neue Sedimente das Gestein und können es auf diese Weise einigermaßen vor Verwitterung schützen. Womöglich diene es späteren Generationen als eine Art geologisches Zeugnis für das Anthropozän, das Zeitalter der Menschen, das verschiedene Wissenschaftler bereits als neue Epoche in der Erdgeschichte ausgerufen haben. Corcoran geht jedenfalls davon aus, dass derartige Plastiglomerate weltweit vorkommen, ihnen aber bislang zu wenig Beachtung durch Forscher geschenkt wurde. Auf allen ihren Untersuchungsflächen auf Hawaii konnte die Geologin sie nachweisen.