Lagerbier, das heute über 90 Prozent des weltweiten Biermarktes ausmacht, entstand durch ein glückliches Zusammentreffen im 15. Jahrhundert. Damals hybridisierten die zwei Hefearten Saccharomyces cerevisiae und S. eubayanus und brachten damit jene Hefen hervor, mit denen heute fast das gesamte Bier der Welt gebraut wird. Nun berichtet eine Arbeitsgruppe um Chris Todd Hittinger von der University of Wisconsin-Madison, dass dieses unwahrscheinliche Ereignis sogar zweimal auftrat. Demnach hybridisierten zwei sehr ähnliche Eubayanus-Stämme mit unterschiedlichen Bierhefen und brachten die unabhängigen, so genannten Saaz- und Frohberg-Hefen hervor.

Die Gruppe von Hittinger sequenzierte das Genom einer in Patagonien entdeckten wilden Eubayanus-Hefe. Mit Hilfe dieses Genoms gelang es ihr zu entschlüsseln, welche Erbgutteile der Hybride auf die Bierhefe und welche auf S. eubayanus zurückgehen. Demnach stammt das Mitochondriengenom überwiegend aus der Eubayanus-Hefe, während die Beiträge beider zum Kerngenom weniger unausgewogen sind. Außerdem wurde deutlich, dass sich die Linien im 15. Jahrhundert eindeutig unterschieden, sich im Lauf der Zeit allerdings, durch die Selektion der Brauereien, in eine sehr ähnliche Richtung entwickelten.