Die menschliche Kopfform veränderte sich nach Einführung des Ackerbaus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe um David C. Katz von der University of California in Davis in einer Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift "PNAS" erschien, anhand einer Analyse von fast 1100 Schädelteilen. Die Fachleute analysierten die Bedeutung von Getreide und Milchprodukten für die Ernährung – beides weist auf Landwirtschaft hin – und glichen diese Daten mit Veränderungen am Schädel ab. Demnach zeigen sich die stärksten Veränderungen bei Populationen, die den größten Anteil an Milchprodukten verzehren. Allerdings sind diese Veränderungen am Schädel klein im Vergleich zu zufälligen Schwankungen.

Die Vorstellung, dass sich die veränderte Nahrungszusammensetzung nach Einführung des Ackerbaus in der Schädelform abzeichnet, ist nicht neu. Bereits früher deuteten einige Untersuchungen darauf hin, dass die weichere Agrar-Nahrung tendenziell kleinere Unterkiefer begünstigt. Diese Studien aber betrachteten nur regionale Unterschiede und brachten teils widersprüchliche Ergebnisse. Die Untersuchung von Katz und seinem Team dagegen betrachtet Kranien und Unterkiefer aus 25 Populationen weltweit und kontrolliert Einflussfaktoren wie Geschlecht und Temperatur, um die Effekte herauszufiltern. Tatsächlich zeigen sich dabei kleine, aber bei allen untersuchten Gruppen ähnliche Effekte, wenn der Anteil weicher Nahrung, insbesondere von Milchprodukten, ansteigt. So werden zum Beispiel die Zahnreihen in Ober- und Unterkiefer tendenziell etwas kürzer. Man müsse die Ergebnisse allerdings in Relation sehen, mahnt der Forscher: Die Unterschiede, die auf die Ernährung zurückgehen, seien geringfügig im Vergleich zu jenen, die durch die normale genetische Variation zwischen Individuen hervorgerufen werden.