Wer länger als acht Stunden pro Nacht schläft, hat ein um die Hälfte höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, als der Durchschnitt. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie an 10 000 Erwachsenen zwischen 42 und 81 Jahren, die Forscher um Kay-Tee Khaw von der University of Cambridge über zehn Jahre beobachteten. Zusätzlich identifizierten sie den Zusammenhang in den Daten von elf älteren Studien. Demnach war das Risiko für Menschen, deren Schlafdauer über die Jahre anstieg, sogar auf das Vierfache erhöht. Die Ursache für den Zusammenhang ist jedoch unklar – es sei auch möglich, dass die Schlafdauer selbst ein Symptom ist, zum Beispiel eines Herz-Kreislauf-Leidens, das zum Schlaganfall führen kann.

Die britischen Daten stammen aus der so genannten EPIC-Norfolk-Studie, die für die Krebsforschung konzipiert wurde und in der die Teilnehmenden unter anderem Angaben über ihren Lebensstil machten. Allerdings erfasst die Studie auch andere Gesundheitsdaten – wie den Umstand, dass in der Gruppe insgesamt 346 Schlaganfälle vorkamen. Während nur ein Zehntel der Teilnehmer angab, länger als acht Stunden zu schlafen, war der Anteil der Schlaganfälle deutlich höher. Gleiches gilt für die Gruppe der weniger als sechs Stunden Schlafenden, hier jedoch war die Zahl der Fälle zu gering, um sie statistisch auszuwerten. Vor übereilten Schlussfolgerungen warnen die Forscher: Die vorliegenden Erkenntnisse seien allenfalls vorläufig, der Zusammenhang müsse erst weiter erforscht werden.