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(Ausschnitt)
 Bild vergrößernModell eines LISA-Satelliten
Im Rahmen der am 23. Juli 2009 eröffneten Ausstellung Cosmos & Culture zeigt das Londoner Science Museum Exponate aus der aktuellen Forschung zu Gravitationswellen. Zu sehen ist insbesondere das Modell eines LISA-Satelliten in Originalgröße, welches das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam zur Verfügung stellt.

LISA steht für "Laser Interferometer Space Antenna". Die gemeinsame Mission von NASA und ESA ist das bisher größte Projekt zur Suche nach Gravitationswellen. Das Experiment wird aus drei Satelliten bestehen, die durch fünf Millionen Kilometer lange Laserstrahlen miteinander verbunden sind. Starten soll LISA 2020. Bereits 2011 hebt jedoch der Satellit LISA-Pathfinder ab, der die Messtechnik für LISA testet.

Die allgemeine Relativitätstheorie sagt die Existenz von Gravitationswellen vorher, sie lassen sich jedoch bis jetzt nicht experimentell nachweisen. Wäre es endlich möglich, sie zu messen, so würde sich ein völlig neues Feld der Astronomie eröffnen. Die Entfernung von sich umkreisenden Schwarzen Löchern ließe sich mit ihnen exakt bestimmen. Damit wäre auch die Geschichte der Ausdehnungsgeschwindigkeit unseres Universums mit bisher ungekannter Genauigkeit bekannt und Forscher erhielten neue Hinweise zu den Eigenschaften der mysteriösen Dunklen Energie.

Die Ausstellung zeigt außerdem zentrale Elemente der erdgebundenen Suche nach Gravitationswellen:
  • Eine 25 Zentimeter große und 23 Kilogramm schwere Testmasse aus reinstem synthetischem Saphir, mit der die deutsch-britische GEO-Kollaboration forscht. Die Testmasse ist zentrales Element der Präzisionsmessungen mit einem Laserinterferometer. Sie stammt vom Institute for Gravitational Research (IGR) an der University of Glasgow in Schottland.
  • Der Prototyp einer Testmassen-Aufhängung, wie sie in Kürze in der nächsten Generation der amerikanischen Gravitationswellendetektoren (Advanced LIGO) arbeitet. Die zwei Meter hohe mehrfache Pendel-Aufhängung entkoppelt die Testmasse deutlich besser als alle Vorgängermodelle von seismischen Störungen. Unter Störungen verstehen die beteiligten Wissenschaftler in diesem Zusammenhang selbst Erschütterungen von einem in mehreren Kilometern Entfernung vorbeifahrenden Auto oder ein Erdbeben in Japan.
Die Sonderausstellung Cosmos & Culture zeigt, wie die Astronomie unser Leben und unser Verständnis der Welt beeinflusst hat. Sie schlägt den Bogen vom Erbe der astronomischen Antike bis zu innovativen und wegbereitenden Technologien des 21. Jahrhunderts. Noch bis Ende 2010 können Besucher die Exponate bestaunen.

Quelle: Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik