Luftpolsterfolie wird meist als Verpackungsmaterial für leicht zerbrechliche Gegenstände verwendet. David Bwambok und seine Kollegen von der Harvard University schlagen nun eine etwas ungewöhnliche alternative Verwendungsmöglichkeit vor: Sie haben herausgefunden, dass sich die Kämmerchen der Folie auch hervorragend eignen, um Flüssigkeitsproben für Bioanalysen darin zu aufzubewahren.

Umfunktionierte Luftpolsterfolie
© American Chemical Society
(Ausschnitt)
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Statt zum Polstern lassen sich die Folienblasen auch als Reagenzglas verwenden – speziell in ärmeren Gegenden könnte das nützlich sein.

Die Proben werden dabei einfach mit einer Spritze oder einen Pipette in die Luftpolster gespritzt, die Löcher mit Nagelhärter wieder verschlossen. Von innen sind die Polster steril. Da die Folie für Licht und Gase durchlässig ist, kann sie sowohl für Absorptions- oder Fluoreszenzmessungen genutzt werden als auch als Behälter für Mikroorganismenkulturen dienen. Bwambok und sein Team züchteten in den Polstern als Beleg unter anderem Escherichia-coli-Bakterien und führten Untersuchungen auf Diabetes und Blutarmut durch. Die Forscher glauben, dass Luftpolsterfolie damit vor allem in Gebieten mit begrenzten Ressourcen eine gute – und günstige – Alternative zum herkömmlichen Reagenzglas oder zur Petrischale ist, um wichtige medizinische Tests durchzuführen.