Nachdem es auch nach jahrelanger Forschung nicht gelang, einen Zusammenhang zwischen Gewalt in Computerspielen und aggressivem Verhalten nachzuweisen, glauben amerikanische Wissenschaftler nun, wenigstens einem anderen negativen Einfluss auf der Spur zu sein. Ein Team um Jay Hull vom Dartmouth College kommt zu dem Schluss, dass risikoverherrlichende Computerspiele wie die GTA-Serie, bei der man einen Kleinkriminellen spielt, Jugendliche zu riskanterem Verhalten verleiten. Demnach ist es bei Teenagern, die derartige Spiele häufig spielen, zum Beispiel wahrscheinlicher, dass sie Drogen nehmen oder riskanten Sex haben.

Die Schlussfolgerung basiert auf einer Gruppe von etwa 5000 US-amerikanischen Jugendlichen, die das Forscherteam über vier Jahre mehrmals am Telefon befragte. Demnach zeigen Jugendliche, die risikoverherrlichende Computerspiele spielen, "Veränderungen in einer weiten Spanne von sehr riskanten Verhaltensweisen", wie die Wissenschaftler schreiben. Der Effekt sei für beide Geschlechter gleich und gehe zum Teil sogar auf eine Veränderung der Persönlichkeit zurück: Die Teenager würden rebellischer.