Wissenschaftler um Erich Jarvis vom Duke University Medical Center in Durham sind auf eine spezielle Struktur im Gehirn von Papageien gestoßen, die der Grund dafür sein könnte, dass die Tiere fremde Laute bis hin zur menschlichen Sprache so gut nachahmen können. Grundsätzlich verfügen die Vögel über bestimmte "Gesangskerne" im Gehirn, die aus miteinander verschalteten Nervenzellen bestehen, welche Sing- und Lernvorgänge steuern. Anders als bei Singvögeln oder Kolibris, die ebenfalls hervorragende Tonimitatoren sind, sind diese Gebiete bei ihnen aber offenbar wesentlich größer. Zusätzlich zu den typischen Kernregionen konnten die Forscher bei Papageien nämlich auch noch einen äußeren Ring aus Neuronen ausmachen, die ebenfalls in den Vorgang des stimmlichen Lernens eingebunden zu sein scheinen.

Jarvis und sein Team stießen auf diese Zellen, als sie sich Expressionsmuster von bestimmten Genen bei insgesamt acht Papageienarten anschauten und sie anschließend mit Experimenten verglichen, bei denen Forscher die neuronale Aktivität der Tiere in unterschiedlichen Situationen gemessen hatten. Der äußere Ring ist dabei größer bei jenen Spezies, die besonders begabt darin sind, die menschliche Sprache nachzuahmen. Er zeigt andere Aktivitätsmuster als die Kernregion und ist anders mit dem Rest des Gehirns verschaltet. Inwieweit diese einmalige Hirnstruktur tatsächlich zum Sprachtalent der Vögel beiträgt, können die Forscher aktuell noch nicht sagen. Das wollen sie in Zukunft in weiteren Studien ergründen.