Kurz nachdem die US-Marssonde Phoenix durch Lichtmangel ihr "Leben aushauchte" (wir berichteten), hatte einige tausend Kilometer weiter südlich der Marsrover Spirit erhebliche Probleme mit seiner Energieversorgung. Lokale Staubstürme reduzierten auch hier das Sonnenlicht, so dass der auf Solarstrom angewiesene Rover an einem Tag nur 89 Wattstunden Energie speichern konnte.

Mit derart geringen Energiereserven stand Spirit kurz davor, in einen Notfallmodus zu schalten, aus dem der Rover nur schwierig wieder herausgekommen wäre. Die Missionskontrolleure am Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) rechneten schon mit dem schlimmsten.

Glücklicherweise lichteten sich wenige Tage später die Staubwolken allmählich, so dass Spirit nun wieder mehr Sonnenlicht erhält. Allerdings kann die Sonde diese nur noch zu etwa 30 Prozent nutzen: Eine dicke Staubschicht auf den Solarpaneelen blockt 70 Prozent des Sonnenlichts ab. Auf Bildern der Sonde verschwimmen die Solarpaneele schon fast mit dem rötlichen Marsboden.

Nun hoffen die Missionskontrolleure darauf, dass ein in dieser Region häufig zu beobachtender Staubteufel – ein kleiner Wirbelsturm – Spirit wie schon in der Vergangenheit von den größten Staubmengen befreit, so dass der Rover wieder mehr Energie von der Sonne tanken kann.

Derzeit bewegt sich Spirit nicht von der Stelle und sendet nur gelegentlich Bilder und Messdaten zu Erde. Alle Aktivitäten sind derzeit auf maximales Energiesparen ausgelegt. Sollte Spirit demnächst dennoch ausfallen, könnte man dem Rover kaum einen Vorwurf machen, hat er doch die auf 90 Tage ausgelegte Betriebsdauer auf der Marsoberfläche seit seiner Landung im Januar 2004 bereits um fast das 20-Fache übertroffen.

Die drei Wochen später auf dem Mars gelandete Schwestersonde Opportunity ist wesentlich sauberer und hat daher keine Probleme mit der Stromversorgung. Dieser Rover ist derzeit auf einer zwölf Kilometer langen Fahrt zum rund 22 Kilometer großen Einschlagkrater Endeavour in der Region Meridiani Planum. Die Missionskontrolleure hoffen, dass Opportunity den Krater im Lauf des nächsten Jahres erreicht.

Tilmann Althaus