Ob Massagen nach einem intensiven Training wirklich helfen, haben Wissenschaftler um Thomas Best von der Ohio State University in Columbus untersucht. Ihre überraschende Erkenntnis: Massagen könnten tatsächlich sehr nützlich sein. Dies mit "effektiven Versuchen auf zellulärer Ebene" aber auch nachzumessen, sei komplizierter als angenommen.

In ihrem ausgetüftelten Tierversuch konzentrierten sie sich jetzt auf den Fußheber (Musculus tibialis anterior) des Kaninchens, der auf der Außenseite des Beines neben dem Schienbein entlangläuft.
Auch die Wissenschaft kennt ein Sommerloch. Mehr und mehr fluten dann Ergebnisse die Medien, die sonst kaum den Weg in die Berichterstattung finden. Mit der Reihe "Sommerloch heute" möchten wir Ihnen eine Auswahl präsentieren.
Kontinuierliches Anziehen und Wegstrecken des Fußes – sieben Serien von je zehn Wiederholungen mit immer zwei Minuten Pause – sollten den menschlichen Bergablauf simulieren. Die eine Hälfte der Kaninchen bekam sofort nach den Übungen "Schwedische Massagen".

"Diese sind unter Athleten die beliebteste Massagetechnik", fand Best heraus. Bei dieser klassischen Methode soll mit einer Kombination aus streichenden und kreisenden Bewegungen sowie Knetgriffen eine Lockerung der Tiefenmuskulatur erreicht werden.

Nach vier Tagen verglichen die Forscher Kraft und Gewebe der beanspruchten Muskeln. Die massierten zeigten nach der ungewohnten Belastung noch 60 Prozent der Ausgangskraft, die unmassierten Muskeln dagegen nur noch 14 Prozent. Zugleich wiesen die massierten Muskeln weniger gerissene Fasern sowie keine Anzeichen für Entzündungen auf. Sie wogen darüber hinaus acht Prozent weniger als die nicht massierten. Daraus schlussfolgerten die Forscher, dass Massagen auch Schwellungen vorbeugen.

Die Wissenschaftler mahnen jedoch: Noch sei es zu früh, die Erkenntnisse direkt auf den Menschen zu übertragen. (sc)