In nur 40 Jahren hat der Mensch es geschafft, die Zahl der Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische auf der Welt um rund 52 Prozent schrumpfen lassen. Zu diesem Ergebnis kommt der "Living Planet Report 2014" der Naturschutzorganisation WWF. Demnach haben sich zwischen 1970 und 2010 die Populationen aller Land- und Meerestiere um 39 Prozent verringert, die der Süßwassertiere sogar um 76 Prozent.

Als Problemkinder betrachten die Umweltschützer in diesem Zusammenhang vor allem reiche Staaten, die mehr Ressourcen pro Kopf in Anspruch nehmen, als die Erde bereitstellen kann. "Wir zerstören Schritt für Schritt die Fähigkeit unseres Planeten, uns am Leben zu halten", so WWF-Präsident und CEO Carter Roberts. Und obwohl die reichen Länder nach Angaben der Experten mehr als fünf Mal so viele Ressourcen nutzen wie arme Länder, sind es vor allem die wirtschaftlich schwächeren Staaten, in denen die Biodiversität mit rund 58 Prozent besonders stark abnimmt. Am extremsten zeigt sich dieser Effekt in Lateinamerika, wo die Wirbeltierpopulationen bis zu 83 Prozent einbüßten. Keya Chatterjee vom WWF bringt es auf den Punkt: "Im Endeffekt lagern die wohlhabenden Nationen den Ressourcenschwund aus."