Nach vielen Monaten vergeblicher Versuche, mit der Landesonde Philae auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko Kontakt aufzunehmen, ist nun die Mission des Landers beendet. Auch im Januar 2016 gelang es nicht, via Muttersonde Rosetta in Kontakt mit Philae zu treten. Nun hat sich der Komet 67P so weit von der Sonne entfernt, dass die am Landeplatz eintreffende Sonnenstrahlung nicht mehr ausreicht, die Batterien von Philae für einen Betrieb aufzuladen. Zuletzt war es am 9. Juli 2015 gelungen, mit Philae für wenige Minuten in Kontakt zu treten; seitdem war nichts mehr zu hören gewesen.

Philae (Symbolbild)
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Philae hatte am 12. November 2014 auf der Oberfläche des Kometenkerns aufgesetzt, allerdings kam es bei der Landung zu erheblichen technischen Schwierigkeiten. Sie führten dazu, dass der Lander von der Oberfläche abprallte und mehrmals aufsetzte, bis er schließlich an einem dunklen, schlecht beleuchteten Ort endgültig zur Ruhe kam. Dort erreichte Philae nicht genug Sonnenlicht, um die Batterien aufzuladen. Somit musste die Sonde von den Energievorräten einer nicht wiederaufladbaren Batterie zehren. Nach rund 60 Stunden auf der Oberfläche war der Energievorrat erschöpft, und die Sonde stellte ihre Messungen und Sendungen ein. Dabei geben die Forscher an, dass Philae etwa 80 Prozent der während der Primärmission erhofften Daten geliefert hat, obwohl einige wichtige Untersuchungen wegen des ungünstigen Landeplatzes misslangen. Nun schwieg die Sonde für viele Monate, aber im Juni 2015 kam es zu einem ersten kurzen Kontakt mit der Muttersonde Rosetta, bei dem technische Daten über den Zustand des Landers übertragen wurden. In der Folgezeit gelang mehrmals für kurze Zeit der Kontakt, aber es stellte sich nie eine stabile Funkstrecke ein, so dass Philae seinen Messbetrieb nicht wieder aufnahm.

Nun wird es Zeit, Philae aufzugeben und sich auf die Muttersonde Rosetta zu konzentrieren. Im September dieses Jahres wird sich der Komet so weit vom Zentralgestirn entfernt haben, dass auch Rosetta nicht mehr genug Energie hat, ihre Instrumente zu betreiben. Daher plant die Europäische Weltraumagentur ESA, die Sonde im September möglichst sanft auf der Oberfläche des Kometenkerns aufsetzen zu lassen. Vielleicht übersteht die Sonde sogar die Landung, obwohl sie darauf nicht ausgelegt ist. Auf jeden Fall wird diese so überaus erfolgreiche Mission ein spektakuläres Ende finden.