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Allergien

Mit genetisch veränderten Allergenen gegen das Fortschreiten von Allergien

Ein Impfstoff mit gentechnisch abgeschwächten Birkenpollen-Allergenen konnte bei Patienten die allergische Reaktion deutlich mildern und die Ausschüttung Entzündungen fördernder Substanzen verhindern. Außerdem reduzierte das Konstrukt die Produktion der Allergien zu Grunde liegenden Immunglobuline E (IgE).

Rudolf Valenta von der Universität Wien und seine Mitarbeiter hatten Abkömmlinge des häufigsten Birkenpollen-Allergens Betv1 so verändert, dass sie weniger als ein Hundertstel der allergenen Aktivität der Ausgangssubstanz aufwiesen. Mit diesen Varianten und Placebos behandelten sie 124 Allergie-Patienten, indem sie ihnen vor Beginn der Pollenflug-Saison zunächst im etwa wöchentlichen bis 14-tägigen Abstand bei acht Terminen steigende Dosen spritzten und dann weitere vier Spritzen mit dieser höchsten Dosis verabreichten.

Alle Behandelten vertrugen den Impfstoff gut und entwickelten auch entsprechende Immunglobuline, die das natürliche Birken-Allergen erkannten und auch Kreuzreaktionen zu manchen Nahrungsmittelallergenen zeigten. Die Ausschüttung von Histaminen war auf ein Zehntel reduziert, beim Hauttest zeigte sich eine deutlich geringere Empfindlichkeit gegenüber Birkenpollen.

Die Forscher stellten außerdem fest, dass bei den behandelten Patienten offenbar auch in geringerem Maße ein "Erinnerungseffekt" des Körpers durch IgE auftritt, der zu einer ständigen Verschlimmerung der Symptome führen kann. Insofern könnte der neu entwickelte Impfstoff auch gegen das Fortschreiten der Allergie wirken.
11.08.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 11.08.2004

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