In diesem Monat finden gleich zwei Finsternisse statt – doch leider bleiben beide Ereignisse für Beobachter in Mitteleuropa unsichtbar. Für das Erlebnis der totalen Mondfinsternis am 15.  April 2014 müssten Astrotouristen nach Nord- oder Südamerika, in den Pazifikraum oder nach Australien reisen, für die ringförmige Sonnenfinsternis am 29. April 2014 sogar in die Antarktis.

Im Mittel lässt sich jedes Jahr für jeden beliebigen Ort auf der Erde eine Mondfinsternis erwarten. Unter Berücksichtigung der genauen Umstände liegt die jährliche Anzahl bei rund 1,3 Finsternissen. Sonnenfinsternisse ereignen sich häufiger: Zwischen zwei und fünf sind es pro Jahr. Die Wahrscheinlichkeit für einen bestimmten Ort auf der Erde ist jedoch recht klein: Nur rund alle 375 Jahre kommt es dort im Mittel zu einer Verfinsterung, denn der Schattenpfad der Totalität auf dem Erdboden ist nur recht schmal.

15. April 2014: totale Mondfinsternis

Verlauf der totalen Mondfinsternis am 15. April 2014
© Fred Espenak / NASA / SuW-Grafik
(Ausschnitt)
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Die erste Finsternis des Jahres beginnt um 05:54 Uhr MEZ (06:54 Uhr MESZ) mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde und endet um 11:38 Uhr MEZ (12:38 Uhr MESZ) mit dem Austritt aus diesem. Der Mond durchquert die südliche Hälfte des Erdschattens. Die totale Phase dauert von 08:07 bis 09:25 Uhr MEZ (09:07 bis 10:25 Uhr MESZ). Sichtbar ist die Finsternis im Pazifikraum, in Nord- und Südamerika und in Australien. Von Deutschland aus gesehen befindet sich der Mond in dieser Zeit unter dem Horizont. Lediglich von Frankreich, Großbritannien und der Iberischen Halbinsel aus lässt sich kurz vor dem Untergang des Mondes noch der (unauffällige) Eintritt in den Halbschatten verfolgen. Einen kleinen Trost gibt es jedoch: Im Internet können Sie die Mondfinsternis ab 05 Uhr MESZ live betrachten!

Die Sichtbarkeitsbereiche der Mondfinsternis vom 15. April 2014
© Fred Espenak / NASA / TerraForma / SuW-Grafik
(Ausschnitt)
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29. April 2014: ringförmige Sonnenfins­ternis.

Diese Finsternis ist ein geometrischer Sonderfall: Nur von einer Stelle in der Antarktis, wo sich um diese Zeit kein Mensch aufhalten kann, ist erscheint sie für wenige Sekunden ringförmig; die Sonne steht dann am Nordhorizont. Im südlichen Indischen Ozean und in Australien ist eine partielle Verfinsterung zu sehen. Günstige Standorte sind Tasmanien und die Südostküste von Australien.

Der Schattenverlauf der ringförmigen Sonnenfinsternis am 29. April 2014
© Fred Espenak / NASA / SuW-Grafik
(Ausschnitt)
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