Weltweit sterben 44 Prozent weniger Mütter bei der Geburt eines Kindes als noch im Jahr 1990. Eine Wissenschaftlergruppe unter der Leitung von Leontine Alkema und Doris Chou von der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf kalkulierten Mortalitätszahlen und Trends aus insgesamt 183 Staaten. Demnach sterben derzeit 216 Mütter pro 100 000 Lebendgeburten; vor 25 Jahren waren es noch etwa 385. Unter den Ländern mit den stärksten Rückgängen zwischen den Jahren 2000 und 2010 waren unter anderem Polen und die Türkei, aber auch Ruanda. Trotz dieser Erfolge bleibt der Rückgang deutlich hinter dem von der WHO in den Millennium-Entwicklungszielen gesetzten Ziel zurück, die Quote um 75 Prozent zu reduzieren.

Die nachhaltigen Entwicklungsziele, die die WHO als Nachfolger für die 2015 auslaufenden Millennium-Entwicklungsziele festsetzte, sehen unter anderem vor, die Müttersterblichkeit bis zum Jahr 2030 weltweit auf 70 pro 100 000 Geburten zu senken. Um diese Zahl noch zu erreichen, müsse die Sterblichkeit global mehr als dreimal so schnell sinken wie in den letzten 25 Jahren, rechnen die Autoren vor: von 2,3 Prozent auf mehr als 7,5 Prozent pro Jahr. Nur wenige Länder haben diese Rate in den letzten Jahrzehnten erreicht – sie setzten dazu unter anderem auf verbesserte Infrastruktur und bildeten medizinisches Personal aus. Zehn Länder weltweit haben derzeit eine Müttersterblichkeit von unter 5 pro 100 000, etwa 20 eine von über 500.