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News: Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum sind kein Widerspruch

Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch. Das geht aus einem Bericht des World Resources Institutes hervor. Offenbar nehmen die anfallenden Abfallmengen und die an Wasser und Luft abgegebenen Schadstoffmengen trotz steigendem Pro-Kopf-Einkommen in den untersuchten Ländern ab. Das ist allerdings noch kein Grund zur Entwarnung, denn die Emission des 'Haupt-Treibhausgases' Kohlendioxid steigt nach wie vor an.
Schwerpunkt der Studie war die Berechnung sogenannter Materialflüsse – vor allem im Hinblick auf Emissionen und Abfälle – in Österreich, Deutschland, Niederlande, Japan und USA für die Jahre 1975 bis 1996. Es zeigte sich, dass ein höheres pro Kopf-Einkommen nicht auch mehr Emissionen und Abfall nach sich zieht. "Das bestätigt, dass Wirtschaftswachstum nicht automatisch Schaden für die Umwelt bedeutet", sagte Marina Fischer-Kowalski vom IFF im Gespräch mit der APA. Man könnte auch sagen: "Die Wirtschaft wächst schneller in Geld als in Tonnen". Präsentiert wurde der "End of Pipe"-Report des World Resources Institutes bei der jährlichen Konferenz der Europäischen Gesellschaft für Ökologische Ökonomie, die vom 3. bis 6. Mai 2000 in Wien stattfand.

Auch wenn diese Erkenntnisse der Untersuchung Anlass zu Hoffnung geben, so ist noch lange nicht alles in Ordnung. Von Nachhaltigkeit und einer Kreislaufwirtschaft sind wir weit entfernt, so die Wissenschaftlerin. Sorgen machen den Experten vor allem der weiterhin wachsende Ausstoß an Kohlendioxid und die Zunahme an materialreicher Infrastruktur – Gebäude, Straßen, Brücken oder ähnliches – pro Einwohner eines Landes. In den untersuchten Ländern nehmen die Bestände alljährlich um rund zehn Tonnen pro Einwohner zu.

Während die deponierten Abfallmengen und die an Wasser und Luft abgegebenen Schadstoffmengen sinken, steigen die Emissionen von Kohlendioxid – das Haupt-Treibhausgas – weiterhin an. "Während sie in ihren Ländern erfolgreich die Umwelt schonen, benützen die reichen Industrieländer den internationalen Luftraum freizügig als Deponie!" so Fischer-Kowalski. Leider mache sich das Gas Kohlendioxid weder durch unangenehmen Geruch noch durch direkte gesundheitliche Folgen bermerkbar.

Lokale Maßnahmen zur Reduktion des Treibhausgases seien daher schwer durchzusetzen. Die Auswirkungen seien lediglich global – durch die Erwärmung des Planeten – zu spüren. Anfang der achtziger Jahre war es durch Anstrengungen zur Minimierung des Ausstosses zwar kurzfristig zu einer Verbesserung der Lage gekommen, mittlerweile wird jedoch mehr Kohlendioxid denn je in die Atmospäre geblasen. In den untersuchten Ländern sind es durchschnittlich mehr als 13 Tonnen pro Einwohner und Jahr – das ist weit mehr, als alle anderen Abfälle und Emissionen zusammengenommen.

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