Am 31. Juli 2014 gab die US-Raumfahrtbehörde NASA die endgültige Instrumentierung des Nachfolgers des Marsrovers Curiosity bekannt, der im Jahr 2020 zum Roten Planeten fliegen wird. Insgesamt sollen sieben wissenschaftliche Instrumente mit einer Gesamtmasse von 45 Kilogramm Platz auf dem Rover finden, der noch keinen Namen hat. Die ausgewählten Instrumente entsprechen einem Finanzvolumen von 130 Millionen Dollar oder rund 100 Millionen Euro. Der neue Rover baut stark auf seinem erfolgreichen Vorgänger auf, wobei Verbesserungen aus den Erfahrungen mit Curiosity eingehen werden. Das komplexe, aber erfolgreiche Landeverfahren mit dem "Sky Crane" wird 1:1 übernommen und der Rover wiegt insgesamt wiederum etwa 900 Kilogramm. Die wissenschaftlichen Instrumente sind teilweise weiterentwickelte Versionen derjenigen auf Curiosity, manche sind aber auch völlig neu. Zudem wird der Rover mit einem Probenlager ausgerüstet, in dem Gesteinsproben gesammelt und für eine eventuelle Bergung mit einer noch zu planenden Rückführungsmission aufbewahrt werden.

Die Instrumente auf dem Nachfolger von Curiosity (Übersichtsgrafik)
© NASA
(Ausschnitt)
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Sieben wissenschaftliche Instrumente bilden die Nutzlast des Nachfolgers des erfolgreichen US-Marsrovers Curiosity, der im Jahr 2020 zum Mars fliegen soll. Manche Instrumente sind Weiterentwicklungen von Instrumenten auf Curiosity, manche komplette Neuentwicklungen. An drei Instrumenten sind auch Forscher aus Norwegen, Frankreich und Spanien beteiligt (siehe Grafik).

Die sieben ausgewählten Instrumente:

Mastcam-Z, ist eine Weiterentwicklung des Kamerasystems von Curiosity und wird zusätzlich mit Zoom-Optiken ausgestattet. Diese waren auch schon für Curiosity geplant, wurden aber zu spät fertig, um noch mitgenommen werden zu können.

SuperCam ist eine Weiterentwicklung von ChemCam auf Curiosity und dient der chemisch-mineralogischen Erkundung der Marsoberfläche, ihrer Gesteine und Lockermaterialien. Zudem kann SuperCam auch nach Spuren von organischen Molekülen im Marsboden Ausschau halten. An SuperCam sind Forscher aus Frankreich mit einem großen Beitrag beteiligt.

PIXL, das "Planetary Instrument for X-ray Lithochemistry", zu deutsch etwa "Planetarisches Instrument für Röntgen-Gesteinsanalyse", ist ein Röntgen-Fluoreszenz-Spektrometer zur detaillierten Ermittlung von Gesteinszusammensetzungen. Zudem ist es mit einer Kontext-Kamera ausgestattet, die das analysierte Gebiet in hoher Auflösung erfasst.

Mit dem "Scanning Habitable Environments with Raman & Luminescence for Organics and Chemicals", kurz SHERLOC, soll ebenfalls die Mineralogie des Marsbodens und mögliche Gehalte an organischen Verbindungen untersucht werden. SHERLOC ist ein Raman-Spektrometer, das einen Ultraviolett-Laser für die Probenanalyse verwendet. Zudem wird das Instrument mikroskopische Bilder der untersuchten Oberflächen liefern.

Mit MOXIE, dem "Mars Oxygen ISRU Experiment", soll erstmals versucht werden, aus der Marsatmosphäre vor Ort Sauerstoff zu gewinnen. ISRU steht für "In-Situ Resource Utilisation", etwa die "Nutzung vor Ort vorhandener Rohstoffe". MOXIE soll demonstrieren, dass sich aus der Marsatmosphäre für künftige Astronauten der Sauerstoff zum Atmen erzeugen lässt.

MEDA, der "Mars Environmental Dynamics Analyzer" ist eine Wetterstation für den Roten Planeten. MEDA besteht aus einer Gruppe von Sensoren, welche die Temperaturen, die Windgeschwindigkeiten und -Richtungen, den Luftdruck, die relative Feuchte und die Staubbelastung der Marsatmosphäre erfassen. Das Instrument wird von Spanien zugeliefert.

Mit dem "Radar Imager for Mars Subsurface Exploration" RIMFAX wird der Untergrund unterhalb des Fahrzeugs untersucht, wobei Schichtungen im Marsboden nachgewiesen werden sollen. Sie könnten Rückschlüsse auf die geologische Geschichte erlauben. RIMFAX wird von Norwegen bereitgestellt.

Mit dieser Nutzlast wird die bislang sehr erfolgreiche Strategie der NASA zur Erkundung des Roten Planeten weiter fortgesetzt. Der neue Marsrover ist wie sein Vorgänger Curiosity vor allem ein geologischer Feldforscher für den Mars, auch er trägt keine Instrumente an Bord, die gezielt für die Suche nach Leben geplant wurden. Ein Landegebiet wurde noch nicht festgelegt, das wird in den nächsten Monaten erfolgen.