Noch trennt uns rund ein halbes Jahr von der Ankunft der US-Raumsonde Juno beim Riesenplaneten Jupiter, den sie am 4. Juli 2016 erreichen wird. Am 13. Januar 2016 war Juno 793 Millionen Kilometer oder die 5,3-fache Distanz Erde–Sonne von unserem Zentralgestirn entfernt. Die Sonde ist solarbetrieben, das heißt sie erzeugt ihre elektrische Energie mittels drei großer Solarzellenausleger, die ihr das Aussehen einer Windmühle verleihen. Juno ist die erste solarbetriebene Raumsonde, welche den Jupiter erreicht. Mit einem Sonnenabstand von 793 Millionen Kilometern zieht Juno mit der europäischen Kometensonde Rosetta gleich, die im Oktober 2012 ähnlich weit von unserem Zentralgestirn entfernt war. Von ihrem Ziel Jupiter trennten Juno zu dieser Zeit noch rund 100 Millionen Kilometer oder zwei Drittel des Abstands Erde–Sonne.

In Erdnähe erzeugten die drei Solarzellenausleger von Juno zusammen rund 14 Kilowatt an elektrischer Leistung. In Jupiterentfernung schrumpft ihre Leistung wegen des erheblich höheren Abstands zur Sonne auf eher magere 500 Watt zusammen. Diese reichen jedoch aus, um die Sonde und ihre wissenschaftlichen Instrumente zu betreiben. Alle bisherigen Raumsonden, die zum Jupiter oder darüber hinaus flogen, wurden bislang von Radioisotopengeneratoren mit Strom versorgt. Diese nutzen die Zerfallswärme von Plutonium-238, um mit Hilfe von Thermoelementen direkt, also ohne jegliche bewegliche Teile, Strom zu erzeugen. Mittlerweile ist der Wirkungsgrad von Solarzellen so weit gesteigert worden, dass sie nun für die Versorgung einer Raumsonde im Jupiterumlauf ausreichen, wenn keine zu hohen Leistungsansprüche gestellt werden. Energie fressende Geräte wie etwa ein Radar zur Abtastung von Oberflächen oder ein leistungsstarker Bordsender zur Übertragung hoher Datenraten lassen sich aber auf diese Weise nicht versorgen.

Juno soll nach ihrem Eintritt in eine Umlaufbahn den Riesenplaneten mindestens 33-mal umkreisen. Dabei wird sie sich im endgültigen Orbit alle zwei Wochen seiner Oberfläche bis auf rund 5000 Kilometer annähern und damit Jupiter so nahe kommen wie noch keine Raumsonde zuvor. Ihre Hauptaufgaben sind die Erkundung der dynamischen Atmosphäre und des mächtigen Magnetfelds mit seinen extrem starken Strahlungsgürteln. Zudem ist eine Kamera für die Öffentlichkeitsarbeit der NASA an Bord mit der Bezeichnung JunoCam. Hier sind alle Interessierten eingeladen, bei der Beobachtungsplanung und bei der Auswertung der Bilder mitzumachen, ein Novum in der Planetenforschung. Man darf gespannt sein, welche eindrucksvollen Bilder JunoCam von der Wolkenoberfläche des Jupiters übermittelt.