Im Roten Meer zwischen Jemen und Eritrea stiegen zwischen 2011 und 2013 zwei neue Inseln aus dem Meer auf. Sholan und Jadid, wie die neuen Eilande getauft wurden, entstanden durch zwei heftige Vulkanausbrüche im Zubair-Archipel, einer kleinen Inselgruppe kurz vor dem Golf von Aden. Ursprung der Ausbrüche ist der sich neu bildende mittelozeanische Rücken an der Plattengrenze zwischen Afrika und Arabien – dort driften Kontinente auseinander, und ein neuer Ozean entsteht. Eine Arbeitsgruppe um Wenbin Xu von der King Abdullah University of Science and Technology in Saudi-Arabien führte diese inselbildenden Ausbrüche nun auf entlang von Spalten aufsteigendes Magma zurück. Damit entspricht der Mechanismus dem isländischen Vulkanismus – allerdings in deutlich kleinerem Maßstab. Zusätzlich sind die Spalten des Zubair-Archipels um etwa zehn Grad gegen die Spreizungsachse gedreht. Der Grund für diese ungewöhnliche Abweichung ist jedoch noch unklar.

Der Zubair-Archipel bildet die Spitzen eines untermeerischen Plateaus, das genau auf der Spreizungsachse der Plattengrenze zwischen Afrika und Arabien liegt. Dort gibt es auch unter Wasser intensiven Vulkanismus – etwa eine Million Vulkane, schätzt man, liegen in den Ozeanbecken. Der letzte Ausbruch von Zubair fand allerdings bereits im 19. Jahrhundert statt – bis die Region 2007 mit mehreren Bebenschwärmen wieder zum Leben erwachte. In den Jahren 2011 und 2012 entstand zuerst Sholan am nördlichen Ende des Archipels, bei einem Ausbruch 2013 dann Jadid. Anhand von Satellitendaten über die Deformation benachbarter Inseln konnten die Forscher nachweisen, dass die wenige hundert Meter kleinen Inseln Teil zweier weit ausgedehnterer Magmaspalten waren, die durch dehnungsbedingte Bildung einer grabenartigen Struktur entstanden. Auf diese Weise entstehen auch die spektakulären isländischen Spalteneruptionen. Wenbin Xu und seine Kollegen vermuten, dass die Inseln trotz deutlicher Erosion dauerhaft über dem Meeresspiegel bleiben.