2014 erspähte der Ornithologe Miguel Gómez Garza während eines Besuchs auf der Halbinsel Yukatan eine der Fachwelt unbekannte Papageienart. Nun hat sich ein Forscherteam um Tony Silva der University of Florida den Vogel näher angeschaut. In ihrer Studie in "PeerJ" kommen sie nun zu dem Schluss, dass es sich dabei um eine bisher unbekannte Art der Gattung der Amazonenpapageien handeln dürfte, die nur in diesem Gebiet heimisch ist. Die Wissenschaftler benennen die neue Papageienart nach ihrem Entdecker: Amazona gomezgarzai.

Männchen und Weibchen der Blauflügelamazonen

Zwar hat A. gomezgarzai auf den ersten Blick viele optische Gemeinsamkeiten mit den bekannten Arten der Amazonenpapageien, doch lassen sich in hauptsächlich vier Merkmalen Unterschiede feststellen: in der Form seines Schwanzes, der Farbe seiner Flügel, seinen auffälligen Schreien und seinem Verhalten. Hervorstechend ist die blaue Färbung des Flügels, weshalb die Forscher ihn auch als Blauflügelamazone bezeichnen. Auch die lauten Rufe des Papageis sind sehr prägnant und unterscheiden sich stark von den anderen nah verwandten Papageienarten. Im Gegensatz zu diesen, die üblicherweise in sehr großen Schwärmen zusammenleben, bevorzugt es die Blauflügelamazone in einem Schwarm mit maximal zwölf Artgenossen. Papageienpärchen und ihr Nachwuchs bleiben tendenziell zusammen und bilden eine Kleingruppe, die auch innerhalb eines Schwarms noch identifizierbar ist. Silva und Kollegen beschreiben die Blauflügelamazone als herbivoren Papageien, der sich größtenteils von Samen, Früchten, Blüten und Blättern der ihn umgebenden Bäume ernährt. Wie andere Papageien ist A. gomezgarzai tagaktiv und verhält sich in Bäumen sitzend still, durch sein Federkleid getarnt. Beim Fliegen ist er dafür sehr laut und stößt seine charakteristischen Schreie aus.

Bei dem neu entdeckten A. gomezgarzai handelt es sich vermutlich um eine sehr junge Papageienart, die sich den Forschern zufolge von Amazona albifrons, auch bekannt als Weißstirnamazone, vor geschätzt 120 000 Jahren abspaltete. Vermutlich ist die Population nicht sehr groß, zudem tauchen Exemplare der neuen Art nur in einem sehr kleinen Bereich auf, der bisher nicht unter Naturschutz steht. Silva und Kollegen sind davon überzeugt, dass sich das ändern sollte, um den Fortbestand der neu entdeckten Art zu garantieren.