Zum ersten Mal seit fast zehn Jahren haben Forscher wieder neue Satelliten-Zwerggalaxien aufgespürt – kleine, extrem dunkle Welteninseln, die unsere Milchstraße an der Peripherie wohl zu Tausenden umkreisen. Solche Zwerge bestehen aus höchstens 5000 Sternen und zu bis zu 99 Prozent aus Dunkler Materie. Daher ist es für Kosmologen auch spannend, Zwerggalaxien aufzuspüren und zu untersuchen: An ihnen lassen sich die Modelle zur Dunklen Materie besonders gut überprüfen.

Neun Zwerggalaxien am Rande der Milchstraße
© S. Koposov, V. Belokurov (IoA, Cambridge). Background: 2MASS
(Ausschnitt)
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Die Lage der neu entdeckten neun Satelliten-Zwerggalaxien. Unterlegt ist eine Infrarotkarte, die nach den 2MASS-Survey-Beobachtungen erstellt wurde.

Die nun im Zuge des Dark Energy Survey aufgespürten Galaxien sind alle am Südhimmel in der Nähe der Großen und Kleinen Magellanschen Wolke zu beobachten: Am weitesten entfernt ist eine Zwerggalaxie mit 1,2 Millionen Lichtjahren, am nächsten von den neuen Neuentdeckungen kommt uns eine Zwerggalaxie in 97 000 Lichtjahren Entfernung. Beim Dark Energy Survey durchmustert eine Hochleistungsteleskopkamera aus den chilenischen Anden heraus einen Abschnitt des Südsternhimmels, der zuvor noch nicht nach Zwerggalaxien durchsucht worden war.