Wissenschaftler am Fermi National Accelerator Laboratory bei Chicago stellten bei Neutrino-Experimenten eine überraschende Unstimmigkeit zwischen ihren Versuchsergebnissen und den theoretischen Vorhersagen gemäß des Standardmodells der Elementarteilchen fest. Dies könnte auf ein bislang unentdecktes Elementarteilchen beziehungsweise einen bislang nicht bekannten Beitrag zur schwachen Wechselwirkung hindeuten.

Die Forscher beschossen eine Eisen-Probe mit hochenergetischen Neutrinos. Eines von einer Milliarde Neutrinos traf dabei einen Eisenkern, wobei das Neutrino entweder erhalten blieb oder sich in ein Myon umwandelte, einen schweren Verwandten des Elektrons. Letzteres geschah etwa ein Prozent häufiger als theoretisch erwartet, wie eine akribische, Jahre andauernde Analyse der Daten nun ergab.

Noch geben sich die Forscher vorsichtig, falls ihnen die Statistik keinen Streich gespielt haben sollte, dann ließe sich die Anomalie vielleicht durch das bisher nicht entdeckte, hypothetische Teilchen Z' erklären, einen neuen Träger der so genannten schwachen Wechselwirkung.