Pluto ist Geschichte, denn die US-Raumsonde New Horizons nimmt nun Kurs auf ihr nächstes Ziel, das kleine Kuipergürtelobjekt 2014 MU69. Die rund 20-minütige Zündung des Bordantriebs erfolgte am 4. November 2015 um 19:15 Uhr MEZ. Mit den vier Schubmanövern seit Mitte Oktober wurde die Bahngeschwindigkeit von New Horizons um 57 Meter pro Sekunde verändert, das entspricht 205 Kilometer pro Stunde. Relativ zur Sonne bewegt sich die Sonde derzeit mit 14 Kilometer pro Sekunde oder 51 000 Kilometer pro Stunde.

Die Bahn von New Horizons zu 2014 MU69 (Übersichtsgrafik)
© NASA / JHUAPL / Southwest Research Institute
(Ausschnitt)
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Rund 1,6 Milliarden Kilometer, oder mehr als die zehnfache Distanz Erde-Sonne, jenseits der Umlaufbahn von Pluto umrundet das kleine Kuipergürtelobjekt 2014 MU69 unser Zentralgestirn. In Rot ist die Bahn von New Horizons eingezeichnet, die 2014 MU69 am 1. Januar 2019 in geringem Abstand passieren soll.

Ihr neues Ziel, den rund 45 Kilometer großen Himmelskörper 2014 MU69, soll New Horizons am 1. Januar 2019 erreichen. Sie wird das Objekt in weniger als 10 000 Kilometer Entfernung passieren und dabei Bilder und Messdaten für die nachfolgende Übermittlung zur Erde aufzeichnen. Derzeit ist die Fortsetzung der Mission von New Horizons noch nicht offiziell von der NASA genehmigt, aber die Bahnänderungen mussten jetzt durchgeführt werden, um 2014 MU69 überhaupt anfliegen zu können. Mit dem Vorbeiflug an diesem Objekt möchten die Wissenschaftler von New Horizons die Materie im Urzustand untersuchen, aus der sich Pluto und seine Geschwister vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren zusammenballten. Da 2014 MU69 so klein ist, dürfte es nie innere geologische Aktivität aufgewiesen haben und hat sich somit seit seiner Entstehung nicht mehr durch endogene Kräfte verändert.

Anfang 2016 wird das Wissenschaftlerteam von New Horizons einen formellen Antrag bei der NASA auf Fortsetzung des Flugs einreichen, dessen Chancen auf Genehmigung als sehr hoch eingeschätzt werden. Derzeit ist die Sonde dabei, die während des Plutovorbeiflugs Mitte Juli 2015 gespeicherten Daten zur Erde zu funken. Die Übertragung aller Bilder und Messwerte wird wegen der geringen Datenraten noch bis Ende 2016 dauern.