Hunde können mit ihrem Dackelblick das Herz von Haustierinteressenten mitunter im Sturm erobern: Wie ein Team um Bridget Waller von der britischen University of Portsmouth 2013 berichtete, werden Vierbeiner, die besonders häufig ihre Augenbrauen heben, deutlich schneller an neue Besitzer vermittelt. Mit diesem besonderen Mienenspiel, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler, würden die Tiere besonders welpenähnlich und niedlich wirken. Gilt etwas Ähnliches auch für Katzen? Das wollten die Forscher nun in einer Folgestudie herausfinden. Dabei entdeckten sie allerdings: Die Samtpfoten können offenbar schauen, wie sie wollen, auf den Adoptionserfolg hat das keinen Einfluss.

Für ihre Studie besuchten Waller und ihre Kollegen insgesamt 106 Katzen in drei verschiedenen Tierheimen in Großbritannien und analysierten deren Gesichtsausdrücke. Auf diesem Weg gelang es den Wissenschaftlern, einen Satz von 15 verschiedenen Gesichtsbewegungen herauszufiltern sowie sieben verschiedene Ohrstellungen und sechs weitere Bewegungen, die alle Tiere von Zeit zu Zeit mit Zunge, Nase oder Augenlidern vollführten. Damit kamen sie zu einer feineren Einteilung der Katzenmimik als andere Forscherteams.

Verglichen die Forscher das Mienenspiel der einzelnen Tiere im Beisein eines Haustierinteressenten mit der Zeit, die diese jeweils brauchten, um einen neuen Besitzer zu finden, zeigte sich jedoch kein Zusammenhang. Auch andere äußere Faktoren wie die Fellfarbe spielten in der Untersuchung keine Rolle beim Adoptionserfolg. Einzig Katzen, die sich besonders häufig mit Kopf oder Körper an Spielzeugen oder Einrichtungsgegenständen rieben, fanden rund 30 Prozent schneller ein Zuhause, so das Ergebnis der Studie.

Die Autoren schließen daraus zum einen, dass Katzen im Zuge ihrer Domestikation offenbar weniger stark dazu gezwungen waren, ihr Mienenspiel auf die Vorlieben des Menschen auszurichten. Zum anderen scheinen Katzeninteressenten sich aber im Gegensatz zu angehenden Hundebesitzern auch weniger stark von der Optik der Tiere leiten zu lassen. Stattdessen fokussieren sie eher auf Faktoren, die Rückschlüsse auf das Sozialverhalten der Samtpfoten erlauben.