Messungen der Raumsonde Dawn lassen den Schluss zu, dass sich auf dem Zwergplaneten Ceres, der im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter seine Bahnen zieht, Kohlenwasserstoffe gebildet haben. Maria Cristina De Sanctis vom Istituto Nazionale di Astrofisica in Rom und Kollegen haben dazu spektrografische Daten der Oberfläche im Umfeld des Kraters Ernutet ausgewertet.

Organisches Material auf Ceres
© NASA/JPL-Caltech/UCLA/ASI/INAF/MPS/DLR/IDA
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Die Messdaten sprächen für das Vorhandensein von aliphatischen organischen Kohlenwasserstoffen, deren genaue Zusammensetzung allerdings unklar ist; es könnte sich um teerartige Mineralien handeln. Nach Meinung der Forscher ist es unwahrscheinlich, dass diese Moleküle durch einen Einschlagskörper auf den Zwergplaneten transportiert wurden. Sie hätten unter anderem die Hitze beim Einschlag nicht überstanden. Vor allem aber fänden sich die fraglichen Moleküle in Zonen, in denen auch entsprechendes Ausgangsmaterial vorhanden sei. Darum dürfte das organische Material an Ort und Stelle entstanden sein. Mit einer geringen Restwärme aus der Entstehungszeit und Wasser im Oberflächenmaterial biete der Zweigplanet mit 963 Kilometer Durchmesser die entsprechenden Voraussetzungen für die Hervorbringung organischer Substanzen.

Für die Suche nach Leben im All habe der Fund große Bedeutung, erläutert Koautorin Simone Marchi vom Southwest Research Institute in San Antonio. "Auf Ceres finden sich Hinweise auf Ammoniakhydrat, Wassereis, Karbonatgesteine, Salze und nun auch organische Substanzen. Die neue Entdeckung der Raumsonde Dawn zeigt, dass Ceres alle wesentlichen Zutaten für Leben enthält."