Das Ozonloch über der Antarktis wirkt sich noch bis in die Tropen aus, indem es die Niederschlagsmenge auf den pazifischen Inseln stellenweise stark erhöht. Zu diesem Ergebnis kommen die Forscher durch Simulationen mit verschiedenen Klimamodellen sowie statistischen Analysen von Beobachtungsdaten der letzten 60 Jahre. Details dazu haben Wissenschaftler um Stefan Brönnimann von der Universität Bern in der Fachzeitschrift "Environmental Research Letters" veröffentlicht.

Wie sie in einer Mitteilung der Universität Bern erläutern, hat beispielsweise auf Mangareva, einer Insel in Französisch-Polynesien, der Niederschlag von Oktober bis Dezember zwischen den 1960er und den 1990er Jahren um 50 Prozent zugenommen. Laut der Untersuchung gehen 25 bis 40 Prozent dieser Veränderung auf den Einfluss des Ozonlochs zurück, so die Forscher.

Bislang hatte man dafür vor allem den Klimawandel im Verdacht, der sei jedoch nicht der Alleinverantwortliche, schlussfolgern Brönnimann und Kollegen. Für die Zukunft bedeute dies, dass die Niederschlagsmengen in den kommenden Jahrzehnten aber auch wieder sinken könnten, wenn es gelingt, die Ozonschicht zu schließen.

Den Forschern zufolge verursacht das Ozonloch einen Hochdruckrücken östlich von Neuseeland. Von dort aus erstreckt sich ein wellenförmiges Zirkulationsmuster über den Südpazifik und führt zu einer Zunahme der Niederschläge in der Spitze der südpazifischen Konvergenzzone, einer der intensivsten Regenzonen der Erde.