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Strukturfarben

Paradiesvögel protzen mit dem schwärzesten Schwarz

Tanzende Paradiesvögel haben nicht nur die eindrucksvollsten Moves bei der Brautwerbung, sondern profitieren auch vom Superschwarz ihrer Federn. Mehr Kontrast geht nicht!
Balzender Kragenparadiesvogel

Paradiesvögel kennt man wegen ihrem auffällig bunt herausgeputzen Federkleid und der Raffinesse ihrer Brautwerbetänze. Zu den vielleicht eindruckvollsten Erscheinungen der Vogelfamilie zählen dabei allerdings auf den ersten Blick recht uniform schwärzliche Vertreter: Wenn sie auf Brautschau Gas geben, wird es hochdramatisch, wie allerlei hübsch anzusehende Videos beweisen. Arten wie dem Kragenparadiesvogel (Lophorina superba) geraten Effekte überaus kontrastreich vor allem wegen dem superschwarzen Strukturfarben-Schwarz des Gefieders, das durch die Mikrooberfläche der Federn zu Stande kommt: Die Federn absorbieren damit bis zu 99,95 Prozent des einfallenden Umgebungslichts. Details über die Physik und Biologie dieses Prozesses haben Forscher nun in "Nature Communications" zusammmengefasst.

© Danny XxX
Tanzender Kragenparadiesvogel
Dem Kragenparadiesvogel erlaubt superschwarzes Schwarz erstaunliche Kontraste.

Sie hatten zuvor die Federn von fünf tiefschwarzen Paradiesvogelarten und zwei nur schmutzig schwärzlichen Verwandten spektrofotometrisch unter dem Elektronenmikroskop verglichen. Die superschwarzen Federn zeichneten sich dabei durch ganz besonders gestaltete Bogen- und Hakenstrahlen aus, den typischen mikroskopisch kleinen Verästelungen der Federn: Sie sind zu vertikal aufgerichteten, strauchähnlichen Gebilden aufgebuscht, die Licht deutlich stärker streuen. Damit werfen die superschwarzen Paradiesvogelfedern im Vergleich zu normalen Exemplaren rund 100-mal weniger aus bestimmten Einfallswinkeln kommender Strahlung zurück.

Sinnvoll ist dies dann vor allem im Kontrast zu den neben schwarzen Flächen aufscheinenden Flächen, die durch andere Federstellungen erreicht werden. Zum Erlebnis für zusehende Menschen und angebalzte Weibchen wird der Tanz dann durch die typischen Bewegungen der Tänzer, die zusätzlich für ein psychodelischen Verschwimmeffekt sorgen.

02/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 02/2018

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