Manche Pflanzen wetteifern durch Blütenpracht und süßen Duft um die Gunst der Insekten. Nicht so Ceratocaryum argenteum. Die südafrikanische Pflanze produziert stattdessen Samen, die in Form, Größe – und sogar in ihrem Geruch – den Ausscheidungen von Antilopen zum Verwechseln ähnlich sind. Zumindest für arglose Mistkäfer. In der Annahme, es mit einem nahrhaften Kotbrocken zu tun zu haben, rollen die Käfer die Samen in ihr Nest und sorgen so für deren Verbreitung.

Original und Fälschung
© Joseph Douglas Mandla White
(Ausschnitt)
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Die Samenkapsel links sieht und riecht aus Mistkäfersicht (unten) den Ausscheidungen einer südafrikanischen Antilope verlockend ähnlich. Das hilft der Pflanze bei ihrer Verbreitung.

Dass der Pflanzentrick funktioniert, zeigt nun eine Studie von Forschern um Jeremy Midgley von der Universität Kapstadt. Die Wissenschaftler legten 195 Stück der etwa einen Zentimeter großen C.-argenteum-Samenkapseln in freier Wildbahn aus und verfolgten mit Kameras und fluoreszierenden Fäden, ob sich Käfer an ihnen zu schaffen machen. Innerhalb von 24 Stunden hatten die Mistkäfer fast jede zweite Kapsel weggeschafft, wenn auch nur im Schnitt über eine Distanz von 20 Zentimetern.

Die Forscher analysierten außerdem den Geruch der Samenkapseln und stellten fest, dass er dem von Buntbock-Ausscheidungen ähnelt. Offenbar investiert die Pflanze auch einiges an Energie für ihre Geruchstarnkappe: Sie produziert 300-mal so viele flüchtige Verbindungen wie verwandte Arten. "Da ist eine Menge an chemischer Evolution abgelaufen, um die Käfer einzuspannen", erklärt Midgley.