Blatt einer Westlichen Balsam-Pappel
© Thomas Karl, UCAR
(Ausschnitt)
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Eine Unzahl an flüchtigen organischen Verbindungen oder VOCs (nach englisch volatile organic compounds) gelangt ständig in die Atmosphäre – darunter etwa Duftstoffe und Lösungsmittel. Ein großer Teil stammt von menschlichen Aktivitäten, aber auch Pflanzen geben reichlich gasförmige organische Stoffe in die Luft ab. Bei der Oxidation solcher VOCs entstehen vielfach Aerosole (Schwebteilchen). Indem diese als Kondensationskeime wirken, beeinflussen sie die Wolkenbildung und somit das Klima.

Pflanzen entfernen allerdings auch VOCs aus der Atmosphäre – und das offenbar in größerem Ausmaß als bisher gedacht. Diese Erkenntnis gewann nun ein Team um Thomas Karl vom National Center for Atmospheric Research in Boulder (Colorado). Als die Forscher zwischen 2003 bis 2009 die Aufnahme verschiedener flüchtiger organischer Verbindungen durch die Vegetation in sechs Regionen in Nord- und Südamerika maßen, fanden sie unerwartet hohe Werte. Insbesondere Tropenwälder verschluckten VOCs in rasantem Tempo.

Blattporen
© Thomas Karl, UCAR
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Laborversuche mit einer häufigen Pappelart (Populus trichocarpa), die das Team erhöhten Konzentrationen an gasförmigen organischen Vergindungen aussetzte, bestätigten das Ergebnis und zeigten, dass die Pflanze die aufgenommen flüchtigen Substanzen sehr schnell enzymatisch abbaute. Das geschah umso rascher, je mehr Schadstoffe wie etwa Ozon die Luft enthielt. Somit könnten Pflanzen in Regionen mit hoher Luftverschmutzung noch erheblich mehr zur Luftreinigung beitragen, als bisher schon vermutet.

Manuela Kuhar