Die ISS umkreist die Erde in einer Höhe von rund 360 Kilometern und umrundet sie alle 90 Minuten. Normalerweise sehen wir sie nur während der Dämmerungszeit. Morgens fliegt sie aus dem Erdschatten heraus, abends fliegt sie in den Erdschatten hinein. In der Zeit um die Sommersonnenwende, wenn die Sonne in unseren Breiten nicht allzu tief unter den Horizont sinkt, taucht die Raumstation von Mitteleuropa aus gesehen nicht mehr in den Erdschatten ein, so dass in einer Nacht mehrere Vorbeiflüge hintereinander sichtbar sind.

Vom 21. bis zum 23. Mai 2008 ist die ISS bis zu vier Mal pro Nacht sichtbar und erreicht dabei eine Helligkeit von bis zu –2,5 Magnituden. Sie leuchtet also so hell wie Jupiter. Bis in den Juni hinein ist die Raumstation teilweise noch mehrmals in einer Nacht zu sehen. Der ideale Zeitpunkt für eine ISS-Party?

Wenn Sie den hellen und schnell wandernden Lichtpunkt nicht nur visuell genießen möchten, versuchen Sie doch einmal, die ISS zu fotografieren oder auf Video festzuhalten. Was Amateurastronomen hier leisten können, zeigen die folgenden Aufnahmen von Dirk Ewers aus der oberhessischen Kleinstadt Hofgeismar. Am 12. Mai 2008 verfolgte er in den frühen Morgenstunden die ISS fünf Minuten lang mit einem 5-Zoll-Refraktor über 75 Grad hinweg. Genießen Sie das Ergebnis!

© Dirk Ewers
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernEinzelaufnahme der Video-Sequenz




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