Am 9. September 2014 ereignete sich gegen 2:30 Uhr MESZ auf der Sonne bei der aktiven Region 2158 eine moderate Eruption, die einen Schwall an geladenen Partikeln in Richtung Erde losschickte. Dieser dürfte unseren Planeten zumindest streifen und sollte in den Morgenstunden des 12. September eintreffen. Somit besteht auch in Deutschland die Chance, Polarlichter in unseren Breiten zu sichten, wobei die nördlichen Landesteile natürlich im Vorteil sind. Die Gasmassen des Auswurfs schieben dabei das Magnetfeld auf der der Sonne zugewandten Seite der Erde zusammen, so dass ein magnetischer Sturm entsteht. Dabei kommt es auch zum Aussenden sichtbaren Lichts durch ionisierte Atome von Stickstoff und Sauerstoff in der Hochatmosphäre, ein Polarlicht ist die Folge.

Die aktive Region 2158 auf der Sonne (Bild von Soho)
© NASA / ESA / Soho
(Ausschnitt)
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Die aktive Region 2158 ist der große Sonnenfleck oberhalb der Bildmitte. Sehr schön ist auf diesem im sichtbaren Licht aufgenommenen und künstlich eingefärbten Bild die dunkle Kernzone (Umbra) des Flecks und die hellbraune Penumbra zu erkennen. Diese Region erzeugte am 9. September 2014 einen moderaten Ausbruch, dessen Massenauswürfe sich der Erde nähern. Das Bild stammt 10. September 2014, 14 Uhr MESZ.

Polarlichter können sehr variabel sein und verändern sich oft innerhalb weniger Minuten. Mal erscheinen sie als ein grünliches oder rötliches homogenes Leuchten und können somit in Stadtnähe durch die Lichtverschmutzung kaum auffallen. Aber auch leuchtende Bögen oder flirrende Girlanden sind möglich. Das grüne Leuchten entsteht überwiegend durch angeregte Sauerstoffatome, die sich in Höhen von rund 100 Kilometern zum Erdboden befinden. Das rötliche bis violette Licht geht dagegen von Stickstoffatomen aus. Sein Leuchten zeigt sich meist nur nach heftigen Sonneneruptionen.

Eine Gefahr für die Menschen am Boden geht von diesen Ereignissen nicht aus. Gelegentlich können aber die geladenen Partikel des Sonnenwinds die Elektronik von Satelliten verwirren, so dass es zu Aussetzern kommt. Bei extrem starken Materieauswürfen, dieser gehört nicht dazu, können durch die Änderungen im irdischen Magnetfeld starke Überspannungen in Überlandleitungen induziert werden. Dadurch werden gelegentlich Hochspannungs-Transformatoren überlastet, so dass in weiten Regionen der Strom ausfällt.