Am Freitag, den 15. Juni 2007, schwenkte der deutsche Satellit TerraSAR-X in eine Umlaufbahn um die Erde ein. Während der nächsten fünf Jahre soll das Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und des Raumfahrtunternehmens EADS Astrium neue und hochwertige Radarbilder der Erdoberfläche liefern, die sowohl wissenschaftlich als auch kommerziell genutzt werden.

In einer Höhe von 514 Kilometern wird der rund 1,3 Tonnen schwere Satellit systematische Langzeitbeobachtungen des gesamten Globus durchführen. So soll er etwa die Verteilung, Zusammensetzung und Änderung der Vegetation verfolgen. Auch die Inspektion der Ozeane, der Küstenregionen oder des Polarbereichs zählt zu seinen Aufgaben. Umweltschutz und Klimaforschung könnten beispielsweise davon profitieren. Völlig neue Perspektiven wird der Satellit auch für die Späherei in städtischen Räumen bieten: Einzelne Gebäude, Stadtstrukturen und Infrastruktur wie Straßen und Eisenbahnlinien werden von ihm erkannt.

Unabhängig von der Wolkenbedeckung und – anders als optische Kameras – unabhängig vom Sonnenlicht kann TerraSAR-X Radardaten mit einer Auflösung von bis zu einem Meter sammeln. Mit an Bord sind neben dem Radar-Instrument auch zwei weitere Geräte: Zum einen das so genannte Laser Communication Terminal (LCT), das eine schnelle optischen Datenübertragung zwischen TerraSAR-X und einer Bodenstation ermöglichen soll und zum anderen das Tracking, Occultation and Ranging Experiment (TOR). Es besteht aus einem Zweifrequenz-GPS (Global Positioning System) sowie einer Laser Reflektor Einheit und erlaubt eine bis zu zehn Zentimeter genaue Bahnbestimmung des fünf Meter langen und fast zweieinhalb Meter breiten Satelliten.

Die Gesamtkosten für Bau und Start der Raumsonde belaufen sich auf 130 Millionen Euro. Für die Entwicklung des Bodensegments und den Betrieb über fünf Jahre kommen noch einmal rund 55 Millionen Euro hinzu. (DLR/mp)