Bei Rauchern tummeln sich andere Bakterien im Mund als bei Nichtrauchern. Das berichtet ein Team um Jiyoung Ahn von der New York University School of Medicine. Die Wissenschaftler untersuchten die Mundflora von mehr als 1200 US-Amerikanern über 50 Jahre, deren Gesundheitszustand ursprünglich im Rahmen einer Studie zum Krebsrisiko überwacht worden war und von denen ein Teil Raucher, andere ehemalige Raucher oder Nichtraucher waren.

Wer nach wie vor regelmäßig zum Glimmstängel griff, zeigte auch ein verändertes orales Mikrobiom, so das Ergebnis der Studie. Mehr als 150 verschiedene Bakterienspezies kamen im Mund von Rauchern in erhöhten Mengen vor, darunter etwa Streptococcus-Bakterien, die Zahnkaries fördern. 70 andere Arten waren dagegen seltener anzutreffen, wie zum Beispiel verschiedene Proteobacteria-Spezies, die unter anderem beim Abbau verschiedener toxischer Stoffe helfen.

Ahn und Kollegen schlussfolgern daraus: Rauchen verändert die Mundflora. Nach einer längeren Zigarettenpause scheint sich diese allerdings auch wieder erholen zu können: So zeigten etwa jene Probanden, die das Rauchen mindestens zehn Jahre zuvor aufgegeben hatten, keine Unterschiede zu den Nichtrauchern. Wie lange es im Zweifelsfall genau dauert, bis die Bakteriengemeinschaft im Mund wieder zu ihrer "ursprünglichen" Zusammensetzung zurückkehrt, wissen die Forscher allerdings noch nicht. Auch ist unklar, was die Veränderungen bei Rauchern für Konsequenzen haben. Möglicherweise stehen sie im Zusammenhang mit dem erhöhten Risiko für verschiedene Krebserkrankungen, glauben die Forscher. In weiteren Versuchen wollen sie diesen Aspekt daher näher unter die Lupe nehmen.