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Krebsforschung

Rauchrückstände im Hausstaub: Krebs aus dritter Hand

Rückstände von Zigarettenrauch lagern sich an Staub und Oberflächen an. Forscher beziffern jetzt das dadurch entstehende Krebsrisiko.
Zigarettenkippen

Nicht nur Passivrauchen ist gefährlich, sondern sogar der Aufenthalt in Räumen, in denen geraucht wurde. Das behauptet jedenfalls ein Team um Noelia Ramírez von der University of York, das Staub- und Wischproben aus Wohnungen von Rauchern und Nichtrauchern analysierte. Dabei betrachten die Forscherinnen die als Krebs erregend bekannten Nitrosamine, die bei Verbrennungsprozessen entstehen. Aus den Daten darüber, wie diese Stoffe über die Haut aufgenommen werden, berechneten sie das dadurch entstehende zusätzliche Krebsrisiko. Bei Kindern bis sechs Jahren verursacht der Rauch "aus dritter Hand" demnach einen zusätzlichen Krebsfall pro 1000 Personen.

Insgesamt nahmen die Forscherinnen 46 Staubproben aus Innenräumen und fanden dabei inakzeptabel hohe Konzentrationen Zigarettenrauch-spezifischer Nitrosamine nicht nur in 77 Prozent aller Raucherwohnungen, sondern auch in 64 Prozent aller Nichtraucherwohnungen. Woher der hohe Wert bei Letzteren genau kommt, ist unklar, der Befund zeigt aber, dass auch rauchfreie Wohnungen toxische Rauchrückstände enthalten können.

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