Rauch in der Atmosphäre begünstigt schwere Tornados, zumindest laut einer Simulation eines Teams um Gregory Carmichael von der University of Iowa. Anhand einer Simulation des schwersten bekannten Tornado-Ausbruchs im April 2011 kommen die Forscher zu dem Schluss, dass brennende Biomasse in Mittelamerika die Bedingungen im Mittleren Westen der USA zu Gunsten der Wirbelstürme veränderte. Ursache sind die Rußpartikel, die Licht und Energie absorbieren. Wie Carmichael und seine Kollegen berichten, sind die Tornados in Simulationen mit Rußpartikeln stärker als in sonst identischen rauchfreien Simulationen.

Am 27. April 2011 zogen 122 Tornados über die südöstlichen Vereinigten Staaten hinweg und hinterließen ein Trümmerfeld. 313 Menschen starben. Seither sind Forscherinnen und Forscher auf der Suche nach Erklärungen für das Großereignis. Die Studie von Carmichael und seinem Team beantwortet diese Frage zwar nicht, zeigt aber, wie stark der Einfluss schwebender Teilchen, so genannter Aerosole, auf das Wetter ist. Die Simulation zeigt zwei Effekte, die Tornados wahrscheinlicher machen: Zum einen machen sie die Wolken dunkler, was dazu führt, dass sie insgesamt niedriger liegen, zweitens verschärfen sie durch Absorption von Sonnenlicht die Absorption oberhalb der Wolken und verstärken so die Inversionswetterlage. Die Differenzen zwischen den unterschiedlichen Modellen zeigen nach Ansicht der Forscher, dass Extremwettervorhersagen auch die Effekte von Ruß und Rauch berücksichtigen müssen.