Allmählich nimmt er Gestalt an, der Kern des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko in den Kameraaugen der europäischen Kometensonde Rosetta. Ab sofort wird die Europäische Raumfahrtbehörde ESA jede Woche neue Bilder des stetig näher rückenden Schweifsterns veröffentlichen. Am 3. Juli 2014 trennten die Raumsonde nur noch 43 000 Kilometer vom rund vier Kilometer großen Kern von 67P, etwas mehr als die Distanz zu den geostationären Erdsatelliten in 36 000 Kilometer Entfernung. Auf den jetzt veröffentlichten Bildern lässt sich deutlich die Rotation des Kerns erkennen, der 12,4 Stunden für eine Umdrehung benötigt. Derzeit ist der Kern offenbar inaktiv, man sieht keine aus ihm hervorbrechenden Gasstrahlen, die "Jets".

Der rotierende Kern des Kometen 67P am 27. und 28. Juni 2014
© ESA / Rosetta / MPS for OSIRIS Team
(Ausschnitt)
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Aus einer Entfernung von rund 86000 Kilometern lichtete die europäische Kometensonde Rosetta am 27. und 28. Juni 2014 den rotierenden Kern des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko mit der Osiris-Kamera ab. Deutlich lässt sich die unregelmäßige Form und die Rotation des Kerns erkennen. Er erstreckt sich auf diesen Aufnahmen über rund vier Pixel, durch Streulicht in der Kameraoptik erscheint er hier etwas größer.

Die Bilder sind noch etwas unscharf, da das Licht im Inneren der Kameraoptik gestreut wird. Dieser Effekt wird aber bei weiterer Annäherung an den Kometen verschwinden. Bereits in zwei Wochen wird der Kometenkern einen Bereich von 20 x 20 Pixeln einnehmen. Und dann sind es noch etwa drei Wochen, bis sich am 6. August Europas Kometenspäher auf rund 100 Kilometer an 67P herangepirscht hat. Dann wird Rosetta den Kern von allen Seiten im Detail erkunden und nach einem Landeplatz für die mitgeführte Tochtersonde Philae suchen. Ihre Landung, der Höhepunkt der Rosetta-Mission, ist bislang für den 11. November 2014 vorgesehen.