Bei Menschen, die durch einen Schlaganfall oder einen epileptischen Anfall Hirnschäden erlitten haben, können Gedächtnis, räumliche Orientierung und visuelle Wahrnehmung gestört sein. Mittels virtueller Realität versuchen Forscher der Universität Bielefeld, die Hirnschäden von Patienten zu regenerieren.

OctaVis
© Universität Bielefeld
(Ausschnitt)
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Die Wissenschaftler des CITmed-Projektes installierten ihr System namens "OctaVis" in vier Krankenhäusern. Wie in einem Rundumkino sahen die Schlaganfall- und Epilepsiepatienten auf acht hohen Monitoren eine simulierte Umgebung und wurden so in einen virtuellen Supermarkt versetzt. Die Forscher lasen den Patienten Listen mit 20 Produkten vor, die sie sich merken und einkaufen sollten.

Nach mehrtägigem Training stieg die Lernleistung der Patienten deutlich, erklärt Arbeitsgruppenleiter Mario Botsch: "Die Patienten brauchten immer weniger Zeit, um die Waren einzusammeln, und sie mussten dafür auch weniger Strecke zurücklegen als zu Beginn."

Vor und nach dem Training sollten sich die Teilnehmer zusätzlich ein komplexes Bild einprägen und aus dem Gedächtnis nachzeichnen. Auch dieser einfache psychologische Test zeigte, dass sich die räumlich-visuellen Fähigkeiten der Patienten grundlegend verbessert hatten.