Brookesia perarmata
© Frank Glaw und Miguel Vences
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Die einzigartige Reptilienfauna auf der Insel Madagaskar steht unter erheblichem Druck, berichtet ein Forscherteam, das unter der Leitung der Weltnaturschutzunion IUCN eine Bestandsaufnahme vorgenommen hat. Demnach sind 39 Prozent der 370 Arten auf der Insel vor der Ostküste Afrikas vom Aussterben bedroht.

Grund für die Bedrohung der artenreichen Tierwelt, zu der farbenprächtige Chamäleons, Riesenschlangen, Geckos und Schildkröten zählen, ist häufig die fortschreitende Abholzung der Regen- und Trockenwälder. Schildkröten hingegen fallen zudem oft Jägern und illegalen Tierhändlern zum Opfer, ihren Bestand bewerten die Forscher als "sehr dramatisch".

Pinocchio-Chamäleon
© Frank Glaw und Miguel Vences
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Das Team unter Leitung von Miguel Vences von der Technischen Universität Braunschweig hat aus den Daten eine neue Rote Liste für die IUCN erstellt. Trotz der Gefährdung geben sich die Wissenschaftler hoffnungsvoll: Denn fast alle der bedrohten Arten seien in den letzten Jahren noch im Freiland beobachtet worden. Hinzu komme ein Netzwerk von Naturschutzgebieten, in dem die Reptilien überleben könnten, erklärt Vences: "Unsere Ergebnisse belegen die enorme Bedeutung der neuen Naturschutzgebiete. Und es ist erfreulich, dass wir bislang so gut wie keine Arten verloren haben. Auch wenn einige kurz vor dem Aussterben stehen – es gibt noch die Chance, sie durch intensive Naturschutzarbeit für die Nachwelt zu erhalten."