Auch auf dem Zwergplaneten Ceres gibt es einen Vulkan mit stattlichen Ausmaßen – statt heißer Lava hat er allerdings Wasser und Eis gespuckt. Das schließen Forscher um Ottaviano Ruesch vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland, aus Daten der Raumsonde Dawn, die derzeit den Winzling im Asteroidengürtel zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter umkreist. Ahuna Mons ist etwa 4 Kilometer hoch, an der Basis 17 Kilometer breit und ähnelt in seiner Form irdischen Lavadomen, die dadurch entstehen, dass die heiße Glut eher langsam und zähflüssig aus ihnen hinausfließt und sich so eine immer größer werdende Kuppel bildet. Die von Ahuna Mons ausgeworfene "Lava" bestünde aber aus flüssigem Wasser, Eis, Silikatpartikeln und im Wasser gelösten Salzen, erklärt Thomas Platz vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.

Hinweise auf solchen Kryovulkanismus fanden Wissenschaftler auch schon auf anderen Himmelskörpern unseres Sonnensystems wie etwa Pluto. Die Belege für den Eisvulkan auf Ceres seien aber bislang am stichhaltigsten, berichten die Forscher "Nature" zufolge. Zudem zeige Ahuna Mons ganz deutlich, dass es trotz der sehr kalten Oberflächentemperatur des Zwergplaneten irgendwo im Inneren von Ceres warm genug gewesen sein muss, damit sich dort flüssiges Salzwasser sammeln konnte – womöglich ist noch immer irgendwo etwas davon vorhanden. Da sich nur relativ wenig Einschlagkrater in der Nähe des Bergkegels von Ahuna Mons befinden, nehmen die Forscher an, dass der Vulkan erst vor wenigen hundert Millionen Jahren entstand, im Vergleich zum rund 4,6 Milliarden Jahren alten Zwergplaneten also noch recht jung ist. Ceres war demnach noch mindestens bis vor relativ kurzer Zeit in größerem Umfang geologisch aktiv.

Auch in anderen Bereichen von Ceres wollen die Wissenschaftler auf spezielle Oberflächenstrukturen gestoßen sein, die auf Kryovulkanismus hindeuten. Im Occator-Krater könnte sich womöglich ebenfalls ein vulkanischer Dom befinden, sagen die Experten.