An die Dimensionen des "Monsters von Aramberri" reicht der Fund aus der Antarktis nicht heran, doch mit einer Länge von etwa zwölf Metern war der Pliosaurier zu Lebzeiten doch ein veritabler Jäger der Meere. Und das Fossil kam unvermutet zum Vorschein, freut sich die Paläontologin Soledad Cavalli von der argentinischen Universität La Plata: "Die Fundstätte weist eine reichhaltige Gemeinschaft aus Fischen, Ammoniten, Muscheln und anderen Tieren auf. Aber wir hätten niemals einen derart alten Pliosaurier hier erwartet." Nach ersten Schätzungen ist das in der Nähe der argentinischen Forschungsstation Marambio auf der Antarktischen Halbinsel ausgegrabene Fossil rund 150 Millionen Jahre alt – was das erste Auftreten dieser Meeressaurier rund um die Antarktis um 80 Millionen Jahre nach vorne verlagert. Damals war der heutige Eiskontinent noch Teil von Gondwana, zu dem auch Australien und Südamerika gehörten.

"Die Entdeckung ist ziemlich außergewöhnlich, denn die Gesteine an der Fundstelle gelten als wenig zuträglich, wenn es um die Bewahrung versteinerter Knochen wie etwa Wirbel geht", so Cavalli. Plesiosaurier besaßen lange Hälse und bewegten sich mit vier kräftigen Flossen durchs Wasser. Sie machten jagt auf Fische, Weichtiere und andere Meeressaurier, die sie mit kräftigem Biss erbeuteten. Zusammen mit den Dinosauriern starben sie am Ende der Kreidezeit aus. Die meisten der bislang gefundenen Plesiosaurierarten waren zwischen 3 und 15 Meter lang – doch könnten manche Arten vielleicht sogar 20 Meter erreicht haben, wie das "Monster von Aramberri" andeutet. Dessen Fossil wurde in den 1980er Jahren in Mexiko entdeckt, es war aber nur sehr fragmentarisch erhalten. Zum Todeszeitpunkt war es geschätzte 15 Meter lang, doch Knochenmerkmale wiesen darauf hin, dass es womöglich noch nicht ausgewachsen war. So oder so gehörte das Tier jedenfalls zu den größten Fleischfressern in den Ozeanen, die je gelebt haben.